Dreiteilung der Mastbuchten
Die Besonderheit des neuen Stalls, der mit zwei mal elf Buchten für je 20 Tiere bestückt ist, ist die Dreiteilung jeder Mastbucht in einen Ruhebereich, einen Fressbereich und einen Kotbereich. Lediglich der Ruhebereich, der sich im überdachten und klimatisierten Innenraum des Stallgebäudes befindet, wird mit Häckselstroh eingestreut, die anderen beiden Bereiche hingegen bleiben strohlos. Vom Ruhebereich gelangen die Tiere über eine Klapptüre in den planebenen Fressbereich mit den Futterautomaten. Von dort geht es weiter zum Kot- und Harnbereich mit Tränkebecken und einem Boden aus Kunststoffrosten. Die Fress- und Kotbereiche der Buchten befinden sich unter einem Abdach direkt an den Seitenwänden des Stallgebäudes. In diesem Außenbereich erfolgt die Klimatisierung mithilfe von Windschutznetzen.
Wer glaubt, dass der offene Außenstall zu erhöhten Geruchsemissionen führt, irrt. Denn in den Kotbereichen ist unterhalb der Kunststoffroste eine Schieberentmistung installiert, die den Kot aufnimmt und regelmäßig abschiebt. Der Urin hingegen fließt in eine separate Rinne und wird sofort abgeführt. Diese Trennung von Kot und Harn sorgt dafür, dass die Emissionsvorgaben erfüllt werden und kaum noch unangenehme Gerüche wahrnehmbar sind.
Automatische Verteilung des Häckselstrohs
Der Arbeitsaufwand für die Einstreu im Ruhebereich ist dank einer Anlage zur automatischen Verteilung von Häckselkurzstroh, der sogenannten „Strohmatic“, bei weitem nicht so hoch, wie man es von anderen Strohställen kennt. Das Funktionsprinzip dieser Anlage ist genial: Zunächst legt man mit dem Frontlader einen von einer QUADRANT mit Vorbauhäcksler gepressten Quaderballen in einer großen Stahlkiste mit Kratzboden ab und entfernt anschließend die Ballenbänder.
Wenn dann die Anlage eingeschaltet wird, rupft der Kratzboden das Kurzstroh vom Ballen ab. Dieses Stroh wird in einem geschlossenen System durch eine Entstaubungsanlage geführt und anschließend an einen Rohrkettenförderer mit 80 mm Durchmesser übergeben. Dieser Förderer leitet das Kurzstroh per Kreisleitung zu den Ruhebuchten und füllt über jeder Bucht einen 15-Liter-Vorratsbehälter auf.
Am Fuß dieser Behälter befinden sich Klappen, die per Zeitsteuerung automatisch geöffnet werden, sodass das Stroh in die Buchten fällt und dort von den Schweinen verteilt wird.
Bei dieser Anlage kommen die besonderen Vorteile von gehäckseltem Stroh, das mit einem SPECIAL CUT Vorbauhäcksler vor einer QUADRANT Quaderballenpresse verarbeitet wurde, besonders gut zum Tragen. Nur diese feinen Kurzstrohpartikel sind klein genug, um problemlos durch den Rohrkettenförderer mit einem Durchmesser von nur 80 mm gefördert zu werden. Zudem sind sie weicher und saugfähiger als ungehäckseltes Stroh. Das kommt dem Tierwohl zugute.