Einen traktorähnlichen „Geräteträger für diverse Arbeitsgeräte“ hatte August Claas bereits 1957 entwickelt und auf den Markt gebracht – den HUCKEPACK. Ein selbstfahrender Mähdrescher, der außerhalb der Erntezeit zum Geräteträger umgebaut werden konnte. Der HUCKEPACK war eine ganzjährig einsetzbare Maschine, eine Art Multitalent für alle möglichen Anwendungsfälle, die jedoch nur bis 1960 produziert wurde.
Ende der 1960er-Jahre griff CLAAS die Traktorenidee mit dem HSG-Projekt erneut auf. Der HSG diente zunächst als Versuchsfahrzeug für die Entwicklung eines neuen hydrostatischen Getriebes für Mähdrescher (HSG = Hydrostatisches Getriebe), wurde aber schnell zu einem eigenständigen Projekt, mit dem das Unternehmen den Einstieg in das obere Traktorensegment probte. Vier Jahre lang, von 1968 bis 1972, hatten die CLAAS Ingenieure an dem CLAAS Traktor getüftelt, der in Kooperation mit Daimler Benz vertrieben und von CLAAS gebaut werden sollte. Doch die Kooperation kam letztlich nicht zustande und das Projekt musste aufgrund eines Sparprogramms auf Eis gelegt werden.
Der Traum vom eigenen Traktor blieb jedoch bestehen. Rückblickend steht der HSG für den Beginn der Trac-Fahrzeug-Entwicklung bei CLAAS, die das Unternehmen 1978 mit dem Projekt 207 erneut aufgriff und schließlich viele Jahre später als Großtraktor XERION international etablierte. Die konsequente Anwendung des Stufenloskonzepts seit dem ersten XERION Modell 1978 kann dabei als zukunftsweisend betrachtet werden. Der XERION fasziniert heute jedoch nicht nur durch seine Technik. Er steht wie kein anderes Produkt für den maschinengewordenen Traum eines Unternehmers, der fest an das Konzept eines Trac-Fahrzeugs mit stufenlosem Antrieb glaubte.