Vielleicht hat das Prinzip der Nähmaschine Pate gestanden bei der Erfindung des Knoters, des Knüpf-Apparats im Strohbinder. Die Nadel in der Nähmaschine sticht in den Stoff hinein und zieht blitzschnell kleine Schlaufen durch die vorbeilaufenden Textilien. Der Knoter im Strohbinder schlingt ebenfalls mithilfe einer Nadel und einem Knoterhaken das Bindegarn um das Strohbund herum und zieht fest zu.
Das funktioniert gut, solange das Bindegarn von gleichbleibender Stärke ist. Falls das Bindegarn unterschiedlich dick ist, reißt der Faden, und die Strohbunde fallen wieder auseinander. Die amerikanische Firma McCormick hatte Ende des 19. Jahrhunderts bereits einen recht guten Knüpfer-Apparat, um Stroh zusammenzubinden, auf den Markt gebracht, doch funktionierten die Strohbinder auf dem Kontinent nur bedingt, und es kam immer wieder zu Störungen. August Claas entwickelte einen Knoterhaken mit einer begrenzt beweglichen Oberlippe. Durch diese eingebaute Flexibilität konnte man Bindegarn jeglicher Stärke und Beschaffenheit verarbeiten – es hielt im Prinzip immer.
Gerade in der Mangelzeit nach dem Ersten Weltkrieg hatte das Bindegarn eine schlechte Qualität. Deshalb war die CLAAS’sche Erfindung von enormer wirtschaftlicher Bedeutung in der Landwirtschaft.


