Alles auf eine Karte.
Um mit der zunehmenden Konkurrenz mithalten zu können, musste die Firma ihre Fertigungskapazitäten daher erheblich steigern und vor allem den Vertrieb ausbauen. Keine leichte Aufgabe für ein auf Selbstfinanzierung angewiesenes Familienunternehmen. Aus diesem Grund beschlossen die Gesellschafter, sämtliche Unternehmensressourcen - Personal, Entwicklung, Fertigung und Vertrieb - auf den Mähdrescher zu konzentrieren. Die Produktion aller anderen Produkte, sogar das lukrative Pressengeschäft, mit dem sich das Unternehmen einen Namen geschaffen hatte, wurde dafür drastisch zurückgefahren.
Bereits 1948 hatte man das erste Zweigwerk in Gütersloh-Blankenhagen errichtet - eine Gießerei, welche das Mähdrescherwerk in Harsewinkel fortan mit Gussteilen versorgte. Sechs Jahre später, im November 1956, gründete man einen dritten Produktionsbetrieb in Paderborn, der die Fertigung der Antriebs- und Hydraulikkomponenten für den Mähdrescher übernahm. Selbst im französischen Nachbarland hielt man Ausschau nach geeigneten Produktionsstandorten. 1953 hatte August Claas in St. Remy-Woippy bei Metz in Lothringen ein etwa 9 ha großes Baugrundstück erworben. Hier, im Herzen Europas, dem Dreiländereck Frankreich-Deutschland-Luxemburg, plante er, eine Produktion für Pressen komplett neu aufzubauen. Langwierige Verhandlungen mit der französischen Bahngesellschaft S.N.C.F. verzögerten jedoch den Bau des neuen Pressenwerks, so dass die Produktion erst im Herbst 1961 anlaufen konnte. 1960 kam zudem in Schloss-Holte bei Bielefeld ein weiteres Werk für Hydraulikteile hinzu.