Schüler der August-Claas-Schule in Harsewinkel arbeiten in einem außergewöhnlichen Projekt. In einer „Schüler Company“ absolvieren sie eine Art Handwerkerausbildung neben ihrer Schule. Ihre Ausbilder sind Rentner – vor allem CLAAS Rentner – die ihr Können und Wissen kostenlos zur Verfügung stellen. Der „Ausbildungsbetrieb“ ist in einer ehemaligen Gärtnerei untergebracht. Jetzt stellten die Jugendlichen der Familie Claas, der CLAAS Geschäftsführung und vielen anderen Gästen vor laufender Fernsehkamera und den Kameras der Pressevertreter ihr Meisterstück vor: einen voll funktionierenden luftgekühlten Vier-Zylinder-Dieselmotor aus den 1960er Jahren.
Die Restaurierung hatte ein Jahr in Anspruch genommen. Unter fachmännischer Anleitung von Willi Düpjohann hatten die Schüler das gute Stück komplett zerlegt, viele Teile wurden ersetzt oder repariert. Dann kam der große Moment: 30 Sekunden Vorglühen – und der Motor lief tadellos. Rektor Hermann Hecker hieß die Gäste zur Premiere willkommen. Der Leiter des Projekts, der Fachlehrer Dr. Wolfgang Strotmann, erläuterte den Besuchern, wie erfolgreich die Jugendlichen ihr handwerkliches Wissen erweitern konnten.
Die Außenwerkstatt ist mittlerweile weit über die Grenzen der Region bekannt. „Es hat sich zu einem Vorzeigemodell entwickelt“, sagte Dr. Wolfgang Strotmann. Helmut Claas ging darauf ein, warum CLAAS seinerzeit in die Motorenproduktion eingestiegen war. „Die auf dem Markt verfügbaren Dieselmotoren waren entweder zu schwer, zu groß, zu schwach oder zu teuer“, sagte er. „CLAAS hatte jedoch schon immer Mut, Neuland zu betreten. Deshalb begannen wir mit der Entwicklung eines eigenen Motors. Und mit der Einführung des selbstfahrenden Mähdreschers SF im Jahre 1955 gingen auch die ersten CLAAS Motoren, die LD 40, mit zunächst 60 PS in Serie.“
Bis zum letzten Produktionsjahr 1966 wurden insgesamt 4.280 Stück des LD 40 hergestellt. Da die neuen Mähdrescher in den späten 1960er-Jahren andere Anforderungen an die Motorenkapazitäten stellten und man einen neuen Sechs-Zylinder-Motor auch auf dem Markt bekommen konnte, stellte CLAAS die Produktion ein. „Wir wollten uns weiterhin auf unsere Kernkompetenz, die Erntetechnik, konzentrieren“, sagte Helmut Claas. Der restaurierte LD 40 ist nun als Museumsstück im TECHNOPARC zu sehen.

