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Über CLAAS

85 Kubik und 530 PS

Powergespann

Powergespann für den Silomaiseinsatz

Mit diesen Überladern haben wir einen großen Schritt nach vorn gemacht“, berichtet Tobias Schafmeister über die ersten Erfahrungen mit der neuen Logistiklösung. Sein 2001 gegründetes Lohnunternehmen „schafmeister-agrar“ beschäftigt derzeit 65 Mitarbeiter und verfügt über einen Maschinenpark mit etwa 120 motorisierten Maschinen. Neben dem Stammsitz in Lemgo in der Region Ostwestfalen-Lippe betreibt das Unternehmen seit 2019 einen zweiten Standort in Könnern/Sachsen-Anhalt.

 

Konzept für lange Strecken

„Von Lemgo aus arbeiten wir schon viele Jahre für eine große Biogasanlage, bei der wir weite Transportwege zwischen den Erntefeldern und der Anlage zurücklegen müssen. Da sind wir zwingend auf den Straßentransport mit Lkws und somit auf ein mehrphasiges Transportverfahren angewiesen“, erklärt Schafmeister. Beim Übergang vom Feld- zum Straßentransport konnte er in den früheren Jahren umfangreiche Erfahrungen mit den verschiedensten Überladeverfahren sammeln. Aber egal, ob Hakenliftanhänger oder stationäre Überladebänder, keines dieser Systeme konnte den Lohnunternehmer überzeugen, weil sie entweder zu personal- und zeitintensiv oder zu unflexibel im Einsatz waren.

 

Die Ideallösung sollte zum einen Fahrer und Maschinen noch effizienter einsetzen und zum anderen den besonderen Herausforderungen der hügeligen Topografie in Ostwestfalen-Lippe gerecht werden. Nach Möglichkeit sollten auch die 530 PS starken XERION 5000 Traktoren verwendet werden, die bereits bei der Gülleausbringung zum Einsatz kommen. Sie könnten durch den Einsatz in der Maislogistik zusätzlich ausgelastet werden.

 

So suchte der Lohnunternehmer einige Zeit nach einem Fahrzeughersteller, bis er schließlich mit der Firma Stapel GmbH einen Partner fand, der ihm zwei neue Überladewagen mit Schwanenhalsanhängung für den Einsatz hinter dem XERION 5000 entwickelte und baute. Die zweiachsigen Fahrzeuge mit der Bereifung 800/65 R32 wurden erstmals zur Ernte 2024 eingesetzt und verfügen jeweils über ein Fassungsvermögen von 85 m³, was groß genug ist, um 25 t frisch gehäckselten Silomais aufzunehmen.

„Mit diesem Verfahren sind wir jetzt auf dem richtigen Kurs“, lautet das Fazit von Lohnunternehmer Tobias Schafmeister.

Wichtig für Tobias Schafmeister ist der Hundegang zur Bodenschonung.

Perfekt abgestimmt

Für die Übergabe des Ernteguts auf die Schubbodenauflieger sind die Wagen vorne links mit einem Überladeband ausgestattet. Das 2 m breite Band ist mit 7 m lang genug, um bei der Beladung eines 4 m hohen Lkw auch einen kleinen Graben überbrücken zu können. Bei Transportfahrten oder Durchfahrten unter Hochspannungsleitungen hingegen lässt es sich kompakt auf die beim Straßentransport erlaubten 4 m Fahrzeughöhe zusammenklappen. Da der Bandantrieb hydraulisch erfolgt, kann auch die Leistungshydraulik des XERION 5000 ihre Vorteile ausspielen. Dieses Hydrauliksystem ist auf hohe Ölleistungen von 250 l/min bei niedrigen 1.650 U/min ausgelegt. 

 

„Unter ostwestfälischen Verhältnissen mit Schlaggrößen zwischen 2 und 20 ha hat das Zusammenspiel zwischen dem Häcksler, einem JAGUAR 970, den beiden Überladegespannen und unseren Schubboden-Lkw gut funktioniert“, blickt Tobias Schafmeister auf die Erfahrungen während der Silomaisernte 2024 zurück. Die Maschinen arbeiten nahezu perfekt aufeinander abgestimmt. Jeweils ein Überladegespann übernimmt das Erntegut in Parallelfahrt vom Häcksler. Ist der Wagen voll, fährt das Gespann zum Feldrand, um die 25 Tonnen Silomais in weniger als fünf Minuten auf einen Auflieger überzuladen. Währenddessen übernimmt das zweite Gespann nahtlos die Parallelfahrt neben dem Häcksler. So ist der Maishäcksler permanent in Arbeit. Als entscheidender Vorteil dieses Verfahrens kommt dabei die Flexibilität, unterschiedliche Überladestellen an den Vorgewenden oder den Feldrändern zu nutzen, zum Tragen.

Mit 7 m ist das Überladeband lang genug, um beim Überladen auch einen kleinen Graben überbrücken zu können.

Dank eines Fassungsvermögens von 85 m³ sind die Überlader so groß, dass sie 25 t frisch gehäckselten Silomais aufnehmen können.

Hohe Zugkraft realisieren

Auf den hügeligen Flächen Ostwestfalens erweist sich auch die Schwanenhalsanhängung hinter den XERION Traktoren als Vorteil. Bei dieser Anhängung wird die Schwanenhalsdeichsel der Anhänger mit einer 110 mm starken Zugkugelkupplung gekoppelt, die im Heck des XERION direkt hinter der Kabine montiert ist. Da diese Kupplung Stützlasten bis zu 15 t aufnehmen kann und weiter vorne am Traktor angeordnet ist als herkömmliche Kupplungssysteme, wird mehr Gewicht auf die Vorderachse des XERION übertragen. Das verschafft dem Traktor noch mehr Zugkraft, um die Anhänger zügig über das hügelige Gelände zu bewegen. Ein weiterer Pluspunkt ist der große Einschlagwinkel von mehr als 45°, der deutlich kleinere Wenderadien erlaubt als bei Standardanhängesystemen. „Wichtig ist auch, dass wir mit dem XERION im Hundegang fahren können. So sind wir mit mehr Bodenschonung unterwegs“, führt Lohnunternehmer Schafmeister als weiteren Vorteil an.

 

„Nachdem wir schon so viel ausprobiert haben, sind wir mit diesem Verfahren jetzt auf dem richtigen Kurs“, so das Fazit des Lohnunternehmers nach der ersten Maissilagesaison. Für die Zukunft plant er, die Technik weiter zu optimieren und auch in anderen Regionen einzusetzen: „Im Osten, wo die Felder größer und die Wege länger sind, könnte sich die neue Logistik ebenfalls bewähren. Wir müssen jedoch noch mehr Erfahrungen sammeln und die Abläufe anpassen.“