
Internationales Wachstum & Digitalisierung.
1989 - heute.
Internationales Wachstum und Digitalisierung.
Traktoren am laufenden Band: 2003 fährt erstmals der CLAAS grüne Traktor über die Fließbänder des Werks in Le Mans.
Denn als reiner Erntespezialist ohne eigenen Traktor befand sich CLAAS in einer unkomfortablen und unsicheren Position. Über Jahrzehnte war CLAAS gemeinsam mit anderen, reinen Traktorenanbietern bei den Händlern vertreten. Je mehr freie Traktorenhersteller jedoch vom Markt verschwanden, weil sie sich entweder selbst ein Erntemaschinenprogramm zulegten oder von einem Full-Liner übernommen wurden, umso geringer wurde die Zahl möglicher Traktorenpartner und umso fragiler wurde die Position für CLAAS bei den Händlern. Immer wieder kam es durch die Beendigung von zum Teil langjährigen und erfolgreichen Partnerschaften, wie zum Beispiel mit Ford in Nordamerika, zu weitreichenden Verwerfungen im Händlernetz und damit zu immensen Folgekosten im Vertrieb. CLAAS kam auf lange Sicht daher nicht um einen eigenen Traktor herum.
Im Jahr 2002 eröffnete sich dann überraschend die Gelegenheit für CLAAS. Der Traktorenhersteller Renault Agriculture stand zum Verkauf, da sich die Muttergesellschaft Renault von allen Non-Automotive Aktivitäten trennen wollte. Renault Agriculture gehörte damals zu den mittelgroßen Herstellern und stellte eine der letzten Chancen für CLAAS dar, ins Massensegment der Standardtraktoren einzusteigen. CLAAS griff zu.
Mit einem Handschlag besiegelten Patrick Faure (l.), Vorstandsmitglied RENAULT S.A., und Helmut Claas am 23.02.2003 in Paris die neue Allianz zwischen CLAAS und Renault Agriculture.
Damit war CLAAS an einem bedeutenden Ziel angelangt. Der Standardtraktor hatte nicht nur eine wichtige Stabilisierungsfunktion für das eigene Händlernetz, sondern brachte gleichzeitig neue Wachstumspotentiale für die Zukunft. Das Unternehmen war vom Erntespezialisten zum internationalen Full-Liner aufgestiegen.
Um sich dauerhaft als Full-Liner zu etablieren, reichte die Erweiterung des Produktportfolios um den Traktor allein nicht aus. Daher stellte CLAAS bereits Ende der 1980er-Jahre die Weichen für eine konsequente Internationalisierung und baute in den folgenden Jahren sowohl den globalen Vertrieb als auch neue Produktionsstandorte auf:
Ungarn
Frankreich
Dänemark
Polen
Österreich
Rumänien
Ukraine
Russland
Usbekistan
Kasachstan
USA
Argentinien
Kanada
Brasilien
Indien
Thailand
China
Die Weichen für weiteres Wachstum in der Zukunft hat CLAAS bereits gelegt. Die fortschreitende Digitalisierung der Landwirtschaft eröffnet zahlreiche neue Innovationsfelder für das Unternehmen. Auf dem Gebiet der Agrarelektronik verfügt CLAAS über 40 Jahre Erfahrung. Das erste elektronische Fahrerassistenzsystem kam bereits 1974 im DOMINATOR 85/105 zum Einsatz. Das „Durchsatzkontrollgerät“ zeigte dem Fahrer an, wie schnell er fahren durfte, ohne die vertretbare Korn-Verlustgrenze zu überschreiten. Heute übernehmen vollautomatisierte Assistenzsysteme wie das CEMOS AUTOMATIC die Leistungsoptimierung des Mähdreschers – völlig selbständig und effizienter als je zuvor.
Bereits 1994 gründete CLAAS den Geschäftsbereich AGROCOM, in den es einige Jahre später den damals führenden Anbieter für Agrarsoftware, Klöpper & Wiege, erfolgreich integrierte. Heute hat CLAAS all seine Kräfte im Elektronikbereich in einer neuen Tochtergesellschaft, der E-Systems, gebündelt. Seit 2017 entwickelt sie am neuen Elektronikzentrum im niedersächsischen Dissen innovative Lösungen für die moderne Landwirtschaft der Zukunft. Durch die Initiierung von 365FarmNet, einer offenen und herstellerunabhängigen Software-Plattform für Farmmanagement, zeigt CLAAS darüber hinaus, dass im Zuge von „Farming 4.0“ die Zukunft der Agrarwirtschaft in wettbewerbsübergreifenden, vernetzten Systemen liegt.
Auch im Jahr 2100 werden es Maschinen sein, die die Ernte auf den Feldern einfahren. Auf die gelungene Kombination aus Maschinenbau und intelligenter Elektronik wird es dann vor allem ankommen. CLAAS wird dabei seinen Grundtugenden weiterhin treu bleiben: sich nie mit dem Erreichten zufriedengeben, immer in Bewegung bleiben und dabei stets die Bodenhaftung wahren.
Kapitelauswahl:
Vor 1913: Eine Familie von Pionieren
1913 - 1929: Mit einem Knoten fing alles an
1930 - 1945: Der Mähdrescher revolutioniert die Ernte
1946 - 1968: Der Aufstieg zum Mähdrescherspezialisten
1969 - 1988: CLAAS – der Erntespezialist
1989 - heute: Wachstum, Internationalisierung, Digitalisierung



















