Wie kaum ein anderer Unternehmer seiner Zeit prägte er die moderne Landtechnik in Deutschland. Dabei vergaß der bei allem Erfolg nie seine Wurzeln in der Landwirtschaft: Seine Leidenschaft für Innovationen, sein unternehmerischer Mut und seine tiefe Verbundenheit zu den Menschen in seiner Heimatregion sind bis heute das Fundament von CLAAS. „Wir haben kein Geheimnis, wir haben einfach gute Ideen und motivierte Leute“, pflegte Helmut Claas zu sagen.
Aufgewachsen zwischen Werkhalle und Weizenfeld
Als Helmut Claas am 16. Juli 1926 als erster Sohn von August und Paula Claas in Harsewinkel geboren wurde, waren die Nachwehen des Ersten Weltkriegs noch spürbar. Von Beginn an prägte die Firma das Familienleben. Wie selbstverständlich wuchsen Helmut, seine Schwester Irmgard und sein Bruder Reinhold zwischen Büro, Werkhallen und Wohnstube auf. Während Vater August mit seinen Brüdern für die Fertigung sorgte, kümmerte sich Mutter Paula um das Kaufmännische und dank perfekter Fremdsprachenkenntnisse um das internationale Geschäft.
Schon früh schnupperten die Sprösslinge Fabrikluft zwischen Werkbänken und Schweißfunken. Als ältester der drei Geschwister galt Helmut als Anführer der kleinen Kinderbande. Seine Schwester Irmgard (später Baumhüter) erinnerte sich: „Helmut war schon als Junge mutig, einer, der immer alles ausprobierte.“ Auch das Landleben prägte ihn: In den heißen Sommermonaten ging es auf die Höfe der Region, wo die Maschinen dem Praxistest unterzogen wurden. 1936, als der zehnjährige Helmut gerade von der Volksschule Harsewinkel auf das Gymnasium Gütersloh gewechselt war, erprobten die Claas-Brüder den ersten Mäh-Dresch-Binder – eine Maschine, die die Landwirtschaft revolutionieren sollte.




