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Über CLAAS

Ölführung mit Struktur

Schaut man sich die Hydraulikleitungen eines Feldhäckslers, Mähdreschers oder Traktors von CLAAS an, zeigt sich ein äußerst aufgeräumtes Leitungsbild. In Reih und Glied sind da zahlreiche silbrig glänzende Hydraulikrohrleitungen verlegt, sauber nebeneinander, exakt gebogen und präzise montiert. Diese strukturierte Anordnung ist einer der Grundbestandteile der CLAAS Konstruktionsphilosophie: Wo auch immer es sinnvoll ist, sollen Rohrleitungen anstatt Schlauchleitungen zum Einsatz kommen.

 

Bereits während der Konstruktionsarbeiten werden die Hydraulikleitungen in die CAD-Modelle der Maschinen integriert. Die dabei generierten Konstruktionsdaten lassen sich dann für die Steuerung der CLAAS eigenen Rohrbearbeitungsanlagen verwenden. In diese Verzahnung zwischen Konstruktion und Fertigung ist außerdem die Qualitätssicherung eingebunden. So kontrolliert eine 3D-Messmaschine chargenweise, dass die gefertigten Rohre genau den von den Konstrukteuren vorgegebenen Abmessungen und Biegewinkeln entsprechen.

 

Eigene Rohrbiegerei

Bei der Bearbeitung der Rohrleitungen ist CLAAS sehr flexibel. Denn sie werden an vier Werksstandorten mit eigenen Maschinen (Rohrsägen, automatische 3D-Biegemaschinen, 3D-Messsysteme) gefertigt. Andere Landmaschinenhersteller sind hier auf Zulieferer angewiesen. Die vertikale Integration bei CLAAS verkürzt die Lieferzeiten, reduziert den Logistikaufwand und erlaubt eine engmaschige Qualitätskontrolle.

Die Steuerungsdaten für die 3D-Rohrbiegemaschine können direkt aus den Konstruktionsdaten der jeweiligen Landmaschine übernommen werden.

Mittels 3D-Messmaschine wird chargenweise überprüft, dass die gefertigten Rohre exakt den vorgegebenen Abmessungen und Biegewinkeln entsprechen.

Rohrleitungen versus Schlauchleitungen

Im Hydraulikbereich bieten Rohrleitungen gegenüber Schlauchleitungen gleich mehrere Vorteile. Da sie für gleiche Förderleistungen kleinere Durchmesser benötigen als Schlauchleitungen, deren Armaturen den Querschnitt zusätzlich verengen, erzielen sie eine bessere Effizienz. Zudem fallen bei Rohrleitungen – bei gleichem Innendurchmesser – die Außendurchmesser kleiner aus, was bei begrenztem Bauraum Vorteile bietet. Rohrleitungen erfordern außerdem weniger Halteelemente, lassen sich auch über längere Distanzen stabil führen und sind unempfindlicher gegenüber mechanischen Beschädigungen.

 

Ein weiterer Pluspunkt ist die größere Montagesicherheit. Denn die Kopplungsstellen mit Anschlussleitungen sind meistens eindeutig und damit vertauschungssicher vorgegeben, während es bei Schlauchleitungen leichter zu Verwechslungen kommen kann. 

 

Natürlich kann auch CLAAS nicht komplett auf Schlauchleitungen verzichten. Wenn Bewegung ins Spiel kommt, z. B. bei schwenkbaren Zylindern oder einer gefederten Kabine, werden die flexibleren Schlauchverbindungen benötigt. Andere Verbindungen werden gezielt mit Schlauchleitungen ausgeführt, z. B. damit Schwingungen vom Dieselmotor nicht über Stahlrohre in die Fahrerkabine übertragen werden. Darüber hinaus werden Hochdruckkreise mit 400 bar, etwa für den Fahr- und Arbeitsantrieb, mit Schlauchleitungen realisiert.

Wie hier an der Vorderachse eines TRION MONTANA sind in den CLAAS Mähdreschern ebenfalls zahlreiche Rohrleitungen für die Hydraulikölführung montiert. 

Am Hauptmontageband werden die vormontierten Hydraulikrohre und -ventile als komplette Einheit in den Aufbau des Häckslers integriert.

Hochwertige Materialien 

Als Ausgangsmaterial für die Rohrleitungen verwendet CLAAS in der Regel korrosionsgeschützte, nahtlose Präzisionsstahlrohre. In Bereichen mit stärkerem Schmutzeintrag wie z. B. unter der Häckseltrommel beim Feld-häcksler oder im Einzugskanal beim Mähdrescher kommen auch Edelstahlleitungen zum Einsatz. 

 

Die Bandbreite der Rohrdurchmesser reicht je nach Einsatzzweck von kleineren Leitungen mit z. B. 4 x 1 mm (Außendurchmesser x Wandstärke) bis hin zu relativ großen Abmessungen von 30 x 3 mm, die für die Leistungshydraulik beim XERION benötigt werden. Als Faustregel gilt: Je größer der Durchmesser, desto mehr Öl kann bei gleichzeitig geringerem Druckverlust durchfließen. Bei engen Biegeradien haben Rohre als zusätzlichen Vorteil, dass sie ihren Innendurchmesser leichter beibehalten als Schlauchleitungen, was den Strömungswiderstand reduziert. 

 

Die Verbindungen zwischen zwei Rohrleitungen erfolgen bei CLAAS in der Regel mit weichdichtenden Schneidringverschraubungen. Bei diesen Systemen werden metallische Schneidringdichtungen mit zusätzlichen Gummielementen kombiniert. Das ist besonders montagesicher und langlebig. Als Halteelemente zur Befestigung der Rohrleitungen kommen spezielle Gummischellen zum Einsatz. So werden Schwingungen besser gedämpft, Scheuern verhindert und der Korrosionsschutz der Rohrleitungen geschont.

 

Fazit

Mit dem bevorzugten Einsatz von Rohrleitungen setzt CLAAS auf eine langlebige, zuverlässige und wartungsarme Lösung für die Hydraulikölführung. Schlauchleitungen bleiben allerdings bei speziellen Funktionen unverzichtbar. Eine gleichbleibend hohe Fertigungsqualität der Rohrleitungen ist durch die unternehmenseigenen Rohrbearbeitungsmaschinen sichergestellt.