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Wenn das Kreiseln zum Highlight wird
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Wenn das Kreiseln zum Highlight wird

Wenn das Kreiseln zum Highlight wird

TRENDS: Zuerst etwas Grundsätzliches – was war die Motivation für die Firma CLAAS, einen neuen VOLTO zu entwickeln?
 

Markus Neuhauser: Das Marktumfeld hat sich die letzten Jahre stark verändert. Die Nachfrage nach größeren Arbeitsbreiten steigt weltweit beständig. Die Betriebe wachsen, zudem werden die Zeitfenster immer kürzer. Auch mäht noch ein Großteil der Betriebe ohne Aufbereiter. All diese Punkte verlangen nach mehr Schlagkraft. CLAAS konnte mit seinen bisherigen Modellen diesen Anforderungen mit maximal 13 Meter Arbeitsbreite nicht mehr nachkommen. Auch technisch passte das Konzept nicht mehr in den Markt. 

 

Wie viele Jahre vergehen vom Startschuss einer Neuentwicklung bis zur Serienreife und wie viele Leute sind im Team beteiligt?
 

Neuhauser: Vom Startschuss bis zur Serienreife ist es ein langer Weg – hier sind in Summe 5–6 Jahre vergangen, bis das Projektkernteam von 10 Personen die Maschine zur vollständigen Serienreife gebracht hat.

 

Worauf lag der Fokus in der Entwicklung? Was wollte man für eine Maschine konstruieren?
 

Linus Kesenheimer: Der Fokus lag klar auf mehr Arbeitsbreite, wir kreiseln jetzt bis zu 15,10 m breit. Zusätzlich war für alle Modelle ein modularer Aufbau wichtig, um die Komplexität zu senken. Die Maschine sollte einfach, stabil, langlebig und weltweit einsatzfähig sein. Gleichzeitig muss die Wendequalität und somit die Futterqualität am Ende passen. Dafür haben wir eine neue Maschine mit neuem technischem Konzept vom Chassis bis hin zum Antriebsstrang für maximalen Durchsatz in allen Betrieben entwickelt.

 

Was waren für Sie die größten Herausforderungen bei der Entwicklung?
 

Kesenheimer: Grundsätzlich war es für uns nicht ganz einfach, trotz aller Anforderungen und Funktionen die Maschine so einfach und kompakt wie möglich zu bauen. Am Ende soll dann eine Maschine auf den Markt kommen, die beim Kunden gut ankommt. Von einem Landwirt stammt die Aussage: „Der Kreisler ist oft das Mauerblümchen unter den Maschinen am Hof. Der wird immer zuletzt getauscht.“ Unsere Mission hieß unter anderem auch: Making the VOLTO sexy again. Wir wollten den Kreisler zu einem Highlight machen. Ich glaube, das ist uns gut gelungen.

 

Was ist denn für Sie besonders sexy geworden – was sind Ihre persönlichen Highlights?
 

Neuhauser: Mein persönliches Highlight ist die neu konstruierte, optionale Nachlauflenkung für optimale Bodenschonung. Hier stecken viel Energie und Wissen drin, um am Vorgewende die Grasnarbe maximal zu schonen.

 

Kesenheimer: Es ist uns gelungen, trotz der großen Arbeitsbreite, eine einfach zu bedienende Maschine zu bauen, die wenig Anforderung an den Kunden stellt. Zum einen bei der Bedienung, aber auch an den Schlepper. Es ist keine Fehlbedienung möglich und das ganz ohne Elektronik oder Schnur. Der Schlepper benötigt lediglich ein einfach- und ein doppelwirkendes Steuergerät. Zudem bleibt die Maschine mit sehr niedrigem Schwerpunkt sehr kompakt, ist ca. 2,70 Meter hoch, 6,26 Meter lang und maximal 3.700 kg schwer. Aber auch der komplette Antriebsstrang von den Getrieben bis hin zu den Gelenken und Fingerkupplungen ist neu und an die große Arbeitsbreite angepasst. Zudem liefert er am Ende mit einer hervorragenden Bodenanpassung ein sehr gutes Arbeitsergebnis ab.

Trotz der 15,10 Meter Arbeitsbreite hat der VOLTO eine sehr gute Bodenanpassung.

Welche Flächenleistungen sind zu erzielen?
 

Neuhauser: Die Leistung hängt sicherlich von der Fahrgeschwindigkeit in Kombination mit der Flächenausstattung ab. Mit dem CLAAS MAX SPREAD sind hohe Arbeitsgeschwindigkeiten möglich. Bei großen Schlägen liegen sie durchaus bei ca. 15 – 20 ha pro Stunde. 

 

Wie, wo und worauf werden die Maschinen getestet?
 

Kesenheimer: Die Maschine wird einer ganzen Reihe von Prüfungen ausgesetzt. Das beginnt bei Simulationen mithilfe von speziellen Programmen am PC, Prüfständen für einzelne Komponenten und einem Gesamtmaschinenprüfstand. Auf unserer Teststrecke musste der VOLTO unter verschiedensten Bedingungen bis zu 1.000 Runden drehen. Spannend ist auch unser Wasserprüfstand. Hier können wir den Verschleiß von Komponenten unter Last simulieren.

 

Bereits in den Jahren 2022 und 2023 wurden mehrere Prototypen gebaut und unter anderem nach England geschickt und betreut. Hier sind vor allem sehr große Futtermengen die Herausforderung. Ab 2024 gab es 23 Vorserienmaschinen, die wir bei unterschiedlichsten Kunden einsetzten. In Norddeutschland zum Beispiel kann man auf großen Flächen richtig Hektar machen. Die hohen Zuckerwerte des Futters bringen andere Voraussetzungen im Einsatz mit sich. Auch unter diesen Bedingungen muss die Maschine eine optimale Wendequalität gewährleisten können. Der Einsatz im Allgäu bringt auf dem hügeligen Gelände Aufschluss über die Bodenanpassung.

 

Der VOLTO 1500 ist die größte CLAAS Maschine. Welche Herausforderungen in der Entwicklung bringt das mit sich?
 

Kesenheimer: Das ist in der Tat nicht ganz einfach, sowohl in der Entwicklung als auch beim Prüftakt in der Montage, wo die Maschine komplett ausgeklappt wird. Der Platzbedarf ist enorm. Wir mussten hier einiges umstrukturieren.

 

Wie ist die Resonanz bei den Kunden – welche Details kommen besonders gut an?
 

Neuhauser: Erstmal sind wir stolz darauf, dass der VOLTO bei allen Kunden weltweit gut angenommen wird. Besonders Durchsatz und Arbeitsqualität werden positiv hervorgehoben. Aber auch die vorher erwähnte einfach Bedienung findet Anklang. Kunden, die besonderen Wert auf Grasnarbenschonung legen, wählen die bisher im Markt einzigartige Option von 500er-Reifen in Kombination mit der Nachlaufeinrichtung. Hier bekommen wir durchweg positive Resonanz.