Wie gelingt es Ihnen, die Laufbänder davor zu schützen?
"Ein wichtiger Faktor ist die Wahl der richtigen Gummimischung, die möglichst verschleißfest und hitzestabil sein sollte. Darüber hinaus können die Wärmeentwicklung und der Verschleiß über die Geometrie der Stollen beeinflusst werden. Zusätzlich hilft es, Bauteile wie Umlenk-, Antriebs- und Stützräder, die sich im direkten Kontakt zum Laufband befinden, möglichst kühl zu halten. Das lösen wir zum Beispiel über ein offenes Speichenraddesign, das eine große Oberfläche hat und Wärme zügig abgeben kann. Als Material für die kleineren Stützräder nutzen wir ganz bewusst Aluminium, weil es die entstehende Wärme schnell an die Umgebung abgibt."
Wie testen Sie weiterentwickelte Laufbänder, um sicherzustellen, dass sie im Praxiseinsatz lange halten?
"Wir setzen die Laufbänder in Dauerlaufmaschinen für Feldversuche ein und nutzen stillgelegte Flughäfen, wo wir die Laufbänder auf unseren Testfahrzeugen über längere Distanz ununterbrochen laufen lassen. Während die Tests auf den Dauerlaufmaschinen sehr kundennah und anwendungsorientiert erfolgen, zielt der Flugplatztest insbesondere darauf ab, die Straßentauglichkeit eines Laufbandes zu prüfen."
Wie ist ein TERRA TRAC Gummilaufband aufgebaut, um diesen Anforderungen gerecht zu werden?
"Ein Gummilaufband besteht im Wesentlichen aus einer Karkasse mit äußeren Stollen und Führungsblöcken innen. Die Karkasse ist mit Drahtseilen durchsetzt, die in einen Gummimantel eingebettet sind. Die Drahtseile nehmen die Zugkräfte auf. Sie haben einen Durchmesser von vier bis fünf Millimetern und sind endlos spiralförmig am Stück gewickelt, um eine optimale Kraftaufnahme zu gewährleisten. Wichtig ist, dass die innen liegenden Drahtseile geschützt bleiben und keine Feuchtigkeit eintritt. Sonst droht Korrosion und damit eine Schwächung dieser stark belasteten Elemente. Deshalb gibt es eine schützende Gewebelage in Form von knapp ein Millimeter starken Stahldrähten, die mattenförmig über und unter den Drahtseilen angeordnet sind."
Sind die äußeren Stollen auch mit Drähten verstärkt?
"Nein. Die Stollen bestehen durchgehend aus Gummi und werden mittels Vulkanisation – also über einen chemischen Prozess – an der Karkasse befestigt. Dadurch bleiben die Stollen flexibel und können gleichzeitig hohe Zugkräfte übertragen. Je nach Einsatzbereich des Laufbandes können unterschiedliche Gummimischungen im Stollen eingesetzt werden."
Möglichst lange Standzeiten, also eine maximale Lebensdauer der Gummilaufbänder, sind ein wichtiges Entwicklungsziel für Sie. Was verkürzt die Lebensdauer von Laufbändern besonders?
"Die größte Herausforderung sind hohe Temperaturen. Je nach Gummimischung kann es ab etwa 150 °C zum Aufweichen des Materials kommen. Das größte Risiko dafür besteht vor allem bei Straßenfahrten mit maximaler Geschwindigkeit und hohem Fahrzeuggewicht. Insbesondere die Stollen werden dabei sehr stark beansprucht. Der wiederkehrend auftretende Druck und das Umbiegen des Gummilaufbandes um die Umlenkräder führen zu einer starken Wärmeentwicklung im Inneren der Stollen. Dabei kann der Kern aufweichen und der Stollen im Extremfall platzen. Hohe Außentemperaturen verstärken diesen Effekt."



