Herausforderung Grassilage
Gute Maissilage zu erzeugen ist laut Finsterle meist unproblematisch, – beste Grassilage ins Silo zu bringen dagegen wesentlich schwieriger. Hier spielen viele Faktoren mit. Aufwuchshöhe, Witterung und Jahreszeit machen unterschiedliche Erntestrategien notwendig, um eine gleichbleibend gute Qualität auf den Futtertisch zu bringen.
„Mit unserem neuen DISCO 9300 DIRECT SWATHER mit Schwadzusammenführung (ohne Aufbereiter) können wir flexibel auf die unterschiedlichsten Erntebedingungen reagieren“, erklärt Finsterle. Die hydraulisch schwenkbaren Schnecken werden unterschiedlich genutzt. Im ersten Schnitt mit viel Erntegut legen die Oberschwaben das Mähgut auf voller Breite ab und zetten anschließend, um den TS-Gehalt möglichst schnell auf 30–35 Prozent zu senken. Sein Ziel ist, die Grassilage innerhalb von 24 Stunden im Silo zu haben. Bei rund 70 ha Wiesen im Radius von 15 km ein ambitioniertes Ziel, aber so bleiben wertvolle Inhaltsstoffe wie Zucker und Betacarotin im Futter, erklärt der Landwirt.
In den Folgeschnitten wird dann je nach Witterung entschieden, ob nur breit abgelegt wird, gezettet oder in Beeten gemäht wird. In Beeten ablegen bedeutet, dass bei jeder Fahrt einseitig die Schwadablage genutzt wird. So erzeugt der Fahrer bei etwa 18 Meter Mähbreite, Beete mit 12 Meter, die dann mit dem LINER 4800 optimal auf Schwad gelegt werden.
Faktor Zeit
„Für das Mähen unserer 70 ha mit einer mittleren Schlaggröße von 2–3 ha und Fahrgeschwindigkeiten zwischen 12 und 15 km/h benötigen wir rund 10–11 Stunden. Daran ändert auch das neue Mähwerk nichts. Bei den Folgearbeiten können wir mit der halbseitigen Schwadablage viel Zeit sparen. Regulär brauchen wir bei Breitablage 10–11 h Stunden zum Schwaden. Bei Beetablage im sogenannten 18:12-Verfahren sparen wir 3–4 Stunden Schwadzeit“, so Finsterle.
Für die Ernte mit dem Häcksler benötigt Finsterle bei Breitablage 7–8 Stunden im Durchschnitt. Mit dem 18:12-Verfahren sparen sie zusätzlich etwa 1,5 Stunden Häckselzeit ein. Berechnungen ergaben, dass bei 100 Hektar Häckselfläche eine Wegersparnis von bis zu 24 km erreicht werden kann.
Die Möglichkeit der halbseitigen Schwadablage nutzen die Fahrer bei jedem Schnitt zum Randräumen. Auch das erleichtert das Schwaden. Zudem können nasse Stellen elegant nach innen geräumt werden und brauchen nicht mehr überfahren zu werden.
Die Direktablage auf Schwad nutzt er dagegen selten. Im Sommer sind dafür die Erntemengen zu gering – die 9 Meter Mähbreite auf Schwad gelegt sind ihm beim Häckseln zu wenig schlagkräftig. Die direkte Schwadablage wird hauptsächlich an Engstellen verwendet, die für den Schwader schwer erreichbar sind. Auch das spart Zeit in der Erntekette.