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#AgriTech

 

Feldroboter AgBot: Der neue Kollege hat 156 PS.

Die Feldroboter von AgXeed machen die Landwirtschaft autonom: Einmal mit Diesel vollgetankt, fahren sie alleine über das Feld, 20 Stunden lang. Und ackern, ackern, ackern. Ohne menschliches Eingreifen, ohne Überwachung, ganz legal. Erste Erfolge fahren schon – ganz alleine – übers Feld. Ein Gespräch mit Philipp Kamps, Produkt Manager von AgXeed, über den selbstfahrenden Feldroboter AgBot, Sicherheit auf dem Feld und die Automatisierung als Chance für eine präzisere, nachhaltigere Landwirtschaft.  

Herr Kamps, was macht den AgXeed AgBot besonders?

Philipp Kamps: Der AgXeed AgBot ist unser erster autonomer Feldroboter, der einen herkömmlichen Traktor ersetzen kann. Er wird angetrieben von einem 115 Kilowatt Dieselgenerator, der die elektrischen Antriebe für die Raupenlaufbänder liefert. 
Besonders ist aber auch, dass wir ganz früh in den Austausch mit Kunden gegangen sind und unsere Maschinen immer wieder an deren Bedürfnisse anpassen. 

Ein AgBot ist kleiner und schwächer als ein Traktor. Dauert die Feldbearbeitung dann nicht viel länger?

Philipp Kamps: Streng genommen, ja. Aber die Realität sieht so aus: Ein herkömmlicher Traktor ist etwa zehn Stunden am Tag im Einsatz. Dann macht der Fahrer Feierabend. Zu diesem Zeitpunkt fährt der AgBot einfach weiter. Ganze 20 Stunden kommt er mit einer Tankfüllung aus, ohne dass ein Mensch dabei sein muss. Mit drei Metern Arbeitsbreite erreicht er so über das Jahr gesehen die gleiche Leistung wie ein Traktor im Bereich zwischen 240 und 260 PS, ist aber beim Total Cost of Ownership, also bei der Gesamtleistung, kostengünstiger. 

Sicherheit ist bei autonomen Fahrzeugen ein wichtiges Thema. Wie sorgen Sie dafür, dass der Feldroboter unfallfrei arbeitet?

Philipp Kamps: Der AgBot ist mit modernen Sicherheitssystemen ausgestattet. Ein 3D-Lidar-Sensor scannt die weite Umgebung bis zu 80 Meter voraus. So sieht der Feldroboter von Weitem, ob ein mögliches Hindernis auf seiner Route vorkommt. In dem Fall reduziert er die Geschwindigkeit, bis es in den Bereich von Radar und Ultraschall kommt.  Ist das Hindernis immer noch da – also Wild oder ähnliches – dann hält der AgBot einfach vorher an. Als letzte Sicherheitsinstanz sind vorne in den Bumpern Druckplatten: Kommt es zu irgendeiner Berührung, macht der Roboter eine Vollbremsung und stellt sich sicherheitshalber aus. So bleibt der Betrieb sicher.

Welche Rückmeldungen bekommen Sie von den Landwirten?

Philipp Kamps: Die Reaktionen sind sehr positiv. Ein Landwirt schickte mir kürzlich ein Foto, auf dem der AgXeed AgBot das Saatbett ohne Fahrspuren vorbereitet hat. Ein anderer Kunde hat uns ein Selfie mit einer Kaffeetasse geschickt und geschrieben: „Normalerweise würde ich jetzt auf meinem Traktor sitzen.“ Das sind schöne Momente. Wichtig sind uns auch die Rückmeldungen zu möglichen Verbesserungen, da haben wir viel z.B. bei den Lidarsystemen weiterentwickelt. Anfänglich hatte das System bei viel Staub das Problem, dass es das als Wand erkannte – und stehen blieb. Das ist heute in vielen Fällen nicht mehr so. Das gilt auch für unsere Feldroboter, die bereits im Einsatz sind: Remote halten wir die Roboter auf dem neuesten Softwarestand.  

Apropos Einsatz: In welchen Regionen und für welche Aufgaben sind AgBots schon unterwegs?

Philipp Kamps: Aktuell ackern AgBots in über 20 Ländern, hauptsächlich in Zentral- und Westeuropa, von der französischen Atlantikküste bis nach Polen. Außerdem haben wir Kunden in Kanada und Australien, besonders mit Obst- und Apfelplantagen. In Europa liegt der Fokus auf dem Ackerbau. 

Wie blicken Sie auf die Weiterentwicklung, sind schon neue Features geplant?

Philipp Kamps: Ja, wir arbeiten ständig an Verbesserungen. Ein aktueller Schwerpunkt ist die Optimierung des Routings, um noch besser auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden einzugehen. Das ist heute schon wesentlich besser: Der Feldroboter folgt mittlerweile flüssig geschwungenen Feldrändern. Zuvor musste hier oft vor und zurückgesetzt werden, um die Ränder auszuarbeiten. 

Und was sind Ihre langfristigen Ziele mit autonomen Feldrobotern von AgXeed?

Philipp Kamps: Wir wollen die Effizienz und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft weiter steigern. Mit autonomen Feldrobotern möchten wir Landwirten helfen, Betriebskosten zu senken, die Produktivität zu erhöhen und gleichzeitig die Umwelt zu schonen. Vor allem die Senkung des spezifischen Bodendruckes ist uns wichtig, daher entwickeln wir kleinere Fahrzeuge auf Raupenlaufbändern oder breiten Reifen. Wir integrieren immer mehr präzise Arbeitsfunktionen, die über die anfänglichen, eher routinemäßigen Aufgaben hinausgehen. So kann bald auch bei Saat und Düngung automatisch und hochpräzise gearbeitet werden. Mit genau den Ressourcen, die es braucht.