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Über CLAAS

Der XERION weiter auf Erfolgskurs 

Ingo Kirchbeck

Produktmanager

Nachdem CLAAS mit der Erstvorstellung der XERION 12.650 und 12.590 auf der Agritechnica® 2023 viel Aufmerksamkeit erzielt hat, ist es zuletzt etwas ruhiger um die neuen Großtraktoren geworden. Ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?

 

"Ein sehr gutes Zeichen, denn die 12er Serie ist von den Kunden sehr positiv angenommen worden. Der Verkaufsprozess in den Märkten läuft dank geschulter Vertriebspartner und Produktexperten eigenständig. Der Fokus liegt dabei nicht auf lautstarker Werbung, sondern auf einem intensiven persönlichen Austausch auf Augenhöhe mit den Kunden."

 

 

In welche Länder werden die neuen Großtraktoren verkauft, und welche Bedeutung hat der deutsche Markt?

"Zu den Hauptmärkten zählen Nordamerika, Ost- und Westeuropa sowie Kasachstan. Ein Schwerpunktmarkt ist natürlich auch das XERION Land Deutschland."

 

Welches Modell wird stärker nachgefragt, der 12.590 oder der 12.650?

"Wir haben die Leistungsvarianten klar auf die Anforderungen der Kunden abgestimmt. In Deutschland wird meist der 12.650 TERRA TRAC mit 653 PS nachgefragt, um effizient in der schnellen und schweren Bodenbearbeitung zu sein. Kanada als großes Airseeder-Land setzt ebenfalls auf den XERION 12.650, dort dann aber mit dem Schwerpunkt auf 3 Hydraulikpumpen, 8 Steuergeräte und max. 537 l/min Hydraulikleistung bei 1.900 Motorumdrehungen. Kasachstan z. B. setzt eher auf das kleine Modell, weil dort viel Direktsaat, meist ohne Düngung, gemacht wird."

 

Welche Entwicklungsziele standen bei der 12er Serie im Mittelpunkt?

"Bei CLAAS wollen wir immer sehr nah bei den Kunden sein, und das auch gern bei den Kunden, die aktuell die Produkte unserer Wettbewerber fahren. Da wir mit der 12er XERION Baureihe in ein neues Leistungssegment eingestiegen sind, haben wir vor und während der Neuentwicklung über 300 Großtraktorenkunden befragt und aktiv in den Entwicklungsprozess eingebunden. Daraus haben sich 16 Anforderungspakete ergeben, die wir dann in den neuen Traktoren umgesetzt haben."

 

Welche Anforderungen waren den Kunden besonders wichtig? 

"Zu den wichtigsten Fokusbereichen gehört an erster Stelle die Reduzierung der Vollkosten (TCO) und damit die höhere Rentabilität. Maßgeblicher Faktor ist hier ein niedriger Dieselverbrauch, zum Beispiel durch unser bereits 2009 entwickeltes Niedrigdrehzahlkonzept. Hinzu kommen geringe Wartungs- und Verschleißkosten, etwa dank der 1.000-Stunden-Wartungsintervalle des Mercedes-Motor, sowie ein hoher Wiederverkaufswert.

 

Fokus zwei liegt auf der Anforderung, nicht nur starke Zugleistungen, u.a. durch hohe Drehmomente, das stufenlose Getriebe, große Aufstandsflächen und die 50:50 Gewichtsverteilung zu haben, sondern diese auch effizient auf den Boden zu bringen. Hinzu kommen, wie in Kanada gewünscht, die extrem hohen Hydraulikleistungen. 

 

Der dritte große Block ist der Komfort für den Fahrer. Hier gab es die klare Anforderung, den besten Komfort für die Fahrer sicherzustellen. Daher haben wir die Maschine mit einer noch geräumigeren, vierpunktgefederten Kabine, gedämpften Raupenlaufwerken und vielen praktische Details für einen langen Tag mit hohem Fahrkomfort ausgestattet. Das verbessert das Wohlbefinden der Fahrer und reduziert die Fluktuation auf den Betrieben. 

 

Moderne Fahrerassistenzsysteme sind der vierte Fokus. Hier sind die Anforderungen klar auf vernetzte Softwarelösungen für eine nahtlose Integration in den digitalen Betriebsalltag ausgerichtet. Das Gleiche gilt für exakt funktionierende Lenksysteme mit Datenaustausch über die Cloud und eine enge Vernetzung mit den Vertriebspartnern, um bei Herausforderungen schnell handeln zu können."

Die engen Partnerschaften mit den Gülletechnik-Herstellern sichern optimal abgestimmte Fass-Fahrzeug-Verbindungen.

XERION 12.590 TRAC mit einem Seed Hawk 60 Airseeder 18,3 m und PD 680 Air Cart (23.200 l Volumen) in Südost-Australien

Warum ist das Thema Wirtschaftlichkeit für die XERION Kunden so wichtig?

"Großtraktoren gehören zu den teuersten Maschinen auf den Betrieben. Deshalb ist das Kostenmanagement hier für jeden Betrieb essenziell. Bei uns ist gerade in den neuen Bundesländern, wo viele Großbetriebe eine detaillierte Kostenstellenstruktur haben, das Kostenbewusstsein sehr hoch. Und da die Kosten transparent sind, schneiden wir hier sehr gut ab."

 

In Deutschland sind die XERION 12 mit dem neuen TERRA TRAC Dreieckslaufwerk ausgerüstet. Wie verhält es sich mit dem Komfort dieses Raupenfahrwerks bei Straßenfahrt?

"Grundsätzlich haben Fahrzeuge mit Raupenfahrwerken ihren Fokus nicht so auf lange Straßenfahrten. Aber das Umsetzen zwischen den Feldern ist natürlich wichtig. Deshalb haben wir die neu entwickelten Dreieckslaufwerke der 12er Serie mit einem integrierten Dämpfungssystem und mit nur zwei großen Mittenrollen in einem Boogie-System ausgerüstet. Hinzu kommt eine optimierte Achsaufhängung, die für eine bessere Lastverteilung sorgt und Vibrationen reduziert, außerdem die Vier-Punkt-Kabinenfederung. Das alles führt dazu, dass der große XERION deutlich mehr Fahrkomfort bietet als die Raupentraktoren anderer Hersteller."

 

Kommen wir zu den XERION 5000, 4500 und 4200. Was hat sich bei diesen Traktoren in den letzten zwei Jahren geändert?

"Es gab jedes Jahr technische Verbesserungen und Weiterentwicklungen, die man von außen nicht erkennt. 2023 haben wir die Variantenvielfalt der Getriebe reduziert, sodass jetzt alle XERION Modelle mit dem gleichen Eccom Getriebe von unserem langjährigen Partner ZF ausgerüstet sind. Das erleichtert die Wartung und Ersatzteilversorgung. Auch die Arbeitshydraulik haben wir vereinheitlicht, sodass hier jetzt mit maximal 2 Pumpen und stolzen 422 l/min zwar eine Pumpe weniger möglich ist, aber dieselben Hydraulikoptionen wie bei der 12er Serie verfügbar sind."

 

In welchen Bereichen wird der „kleine“ XERION heute am meisten eingesetzt?

"Der Anteil der Einsätze bei der schweren und mittleren Bodenbearbeitung steigt merklich, da der XERION im Vergleich mit den großen Standardtraktoren in dieser Leistungsklasse über mehr Aufstandsfläche verfügt und in der Kombi mit einer 24,5-t-Zulassung eine höhere Ballastierung erlaubt. Aber auch die professionelle Gülleausbringung und die Siloverdichtung sind feste Größen. Gerade bei der Gülleausbringung hat der XERION als „Massenprodukt“ Vorteile gegenüber den spezialisierten Selbstfahrern, die nur in geringen Stückzahlen gebaut werden. Denn dank unseres Vertriebspartnernetzwerks können unsere Kunden auch beim XERION den geschätzten FIRST CLAAS SERVICE nutzen."

 

Wie wichtig sind die Gerätepartnerschaften zwischen CLAAS und den Gülletechnikherstellern?

"Für unsere Kunden ist das sehr wichtig. Diese engen Partnerschaften mit Herstellern wie Zunhammer oder Kaweco sichern eine optimal abgestimmte Fass-Fahrzeug-Verbindung. Ziel ist, dass alle An- und Aufbaugeräte optimal mit dem XERION harmonieren. Deshalb teilen wir z. B. mit diesen Gerätepartnern unsere CAD-Daten und Erfahrung und sichern dadurch die reibungslose Integration von Hydraulik und Elektronik."

 

Zuletzt gab es Unsicherheiten um Kaweco. Wie ist da der aktuelle Stand?

"Kaweco stand ja, wie die meisten wissen, im letzten Jahr kurzzeitig zum Verkauf und hatte seine Produktion eingestellt. Aufgrund der Übernahme von Kaweco durch Kotte sind Service und Ersatzteilversorgung jetzt aber gesichert, und die neue Gesellschaft „Kaweco BV“ führt die Partnerschaft mit uns weiter. Die Zusammenarbeit mit unseren starken Gerätepartnern werden wir also stabil weiterführen und vielleicht auch weiter ausbauen."