Bis der XERION erschien, dauerte es dann aber noch fast 20 Jahre.
Ja, das war ein langer Weg. Denn für Helmut Claas war es ein Muss, dass der Traktor seines Unternehmens – im Gegensatz zu denen der Konkurrenz – ein stufenloses Getriebe haben sollte, um mehr Komfort bei der Feldarbeit zu bieten. In dieser Zeit war das eine absolute Neuheit. Die Suche nach einem passenden Anbieter gestaltete sich dementsprechend schwierig. Schließlich haben die Ingenieure und Ingenieurinnen von CLAAS mehrere stufenlose Getriebe getestet und sogar selbst entwickelt, bis sie dann Mitte der Neunziger eine Lösung gefunden hatten und der XERION erscheinen konnte.
Wie kam die erste Generation des XERION bei den Landwirtinnen und Landwirten an?
Bei den ausgewählten Kundinnen und Kunden, die den XERION als Erste ausprobieren konnten, kam er gut an. Allerdings hatte die erste Generation noch ein paar Schwächen. Es war zwischenzeitlich mehr Motorleistung gefragt und das stufenlose Getriebe arbeitete nicht so, wie man es sich wünschte. Deshalb wurde in der zweiten Generation, beim XERION 3300 und 3800, ein Getriebe von ZF verbaut. Diese Modelle wurden nach 2003 zusammen mit den neuen Standardtraktoren eingeführt. Seitdem hat sich der XERION zu einer wirklich sehr beliebten Maschine entwickelt.
Der XERION hat eine große Fangemeinde und stößt auf viel Interesse in der Branche. War das von Anfang so?
Nein. Die Popularität kam erst nach und nach, als sich herausstellte, für wie viele Tätigkeiten man den XERION einsetzen kann. Hinzu kamen die enorme Größe und Leistungsstärke der Maschine. Diese Kombination aus Kraft und Vielseitigkeit fasziniert viele Menschen bis heute sehr.
Wie hat sich der XERION in den vergangenen 25 Jahren entwickelt?
Die Leistung hat sich deutlich erhöht und heute wird viel mehr Elektronik verbaut. Gleichzeitig haben sich die Anwendungsgebiete verlagert. Ursprünglich war der XERION zum Beispiel auch als Zuckerrübenroder angedacht, das hat sich aber nicht durchgesetzt. Dafür ist der XERION heute für Anwendungen wie die Substratausbringung und den Siloeinsatz sehr populär.
Sind die alten Werte des XERION denn erhalten geblieben?
Ja, das kann man sagen. Eigentlich sind alle drei Kerneigenschaften des XERION noch vorhanden. Er ist heute sogar noch vielseitiger, als ursprünglich geplant, und wird für die unterschiedlichsten Anwendungen eingesetzt, vom Schneeschieben und -fräsen bis zum Holzhacken. Zudem hat der XERION immer noch ein stufenloses Getriebe und er ist ein vollwertiger Großtraktor geblieben, der auch klassische Aufgaben wie Pflügen und Grubbern beherrscht.
Was glauben Sie, in welche Richtung sich der XERION in Zukunft entwickeln wird?
Die Leistung wird voraussichtlich steigen. Das Thema Bodenschonung wird noch wichtiger werden. Ich kann mir zum Beispiel gut vorstellen, dass es in Zukunft noch mehr Raupenlaufwerke für den Systemtraktor geben wird. Darüber hinaus könnten auch digitale Assistenzsysteme eine größere Rolle spielen und es könnten neue Anwendungsgebiete hinzukommen. Die Kernstärken des XERION, seine Vielseitigkeit und seine Effektivität, werden aber sicher erhalten bleiben.