Not macht erfinderisch
Da passende Großmotoren nicht verfügbar waren, wurde kurzerhand ein zweiter, rund 435 PS starker Motor samt Einspritzanlage und eigener Kühlung hinter dem ersten Motor integriert. Beide Aggregate waren über Keilriemen verbunden und lieferten gemeinsam rund 1.150 PS. Diese Leistungsklasse lag damals weit über dem üblichen Niveau von Feldhäckslern.
Im praktischen Einsatz konnte die „Dicke Berta“ beweisen, dass die Gesamtleistung beider Motoren ein Durchsatzpotenzial von bis zu 500 t theoretischer Stundenleistung ermöglichte. Damit konnten sämtliche Aggregate, vom Einzug bis zum Nachbeschleuniger, unter realen Bedingungen getestet werden.
Doch es zeigte sich auch: Ohne Anpassung von Gutfluss und Aggregatgrößen war dieses Potenzial nur mit Kompromissen nutzbar. Kupplungen, Gelenkwellen und Vorsatzantriebe wurden zu limitierenden Faktoren, vor allem aber geriet der Materialstrom an seine Grenzen. Mit steigender Leistung nahmen Störungen, Einschränkungen im Einstellbereich und Qualitätsprobleme zu. Am Ende stand eine zentrale Erkenntnis: Ab einer bestimmten Motorleistung muss der Gutfluss größer werden, sonst gehen Leistung und Qualität auseinander.