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Das A und O für mehr Leistung beim Silomais
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Das A und O für mehr Leistung beim Silomais

Das A und O für mehr Leistung beim Silomais

Die Fütterungsstrategien und Rationsgestaltungen – speziell in der Rinderfütterung – sind teils sehr unterschiedlich. Die Verfügbarkeit der jeweiligen Fruchtarten bis hin zur Frage der Schnittlänge stimmen Landwirt und Fütterungsberater individuell ab. Gerade beim Silomais als Grundfutter wird es spannend. Fakt ist: Je aufgeschlossener die Körner und die Restpflanze sind, desto höher ist die Verdaulichkeit und damit die Energienutzung des Futters – die tierische Leistung verbessert sich entsprechend. Ähnlich gelagert ist das bei der Biogasanlage: Auch die Mikroorganismen brauchen energiereiches Futter! Auf diesen recht kleinen gemeinsamen Nenner könnte man die Aussagen zu Futterqualitäten in Abhängigkeit von der Häckselqualität bringen. 

 

Reifegrad und Trockensubstanzgehalt spielen gerade im Silomais ebenfalls eine große Rolle, insbesondere wenn es um die Kornaufbereitung geht. Hier lässt sich der Aufschluss der Maiskörner im Erntegut speziell durch die Corn-Cracker-Ausstattung beim Feldhäcksler erheblich beeinflussen. Ein Fütterungsversuch mit unterschiedlich intensiver Korn- und Faseraufbereitung, den die Firma Sano Tierernährung GmbH gemeinsam mit CLAAS durchgeführt hat, sollte klären, wie groß der Einfluss des Auf-bereitungsgrades auf die Milchleistung ist.

Fakten aus der Fütterung 

 

Je besser ein Maiskorn aufgeschlossen ist, desto besser wird es von den Mikroorganismen bei Milchkühen, Mastbullen oder in der Biogasanlage verwertet. Vor allem Hochleistungstiere haben eine sehr hohe Passagerate des Futters: Bereits 24 Stunden nach der Futteraufnahme werden dessen Reste wieder ausgeschieden. Je kleiner das Korn jedoch partikuliert ist, desto größer ist die Ober- bzw. Angriffsfläche für die Enzyme im Speichel. 

 

Für Mais gilt im Besonderen, dass dessen Hülle nahezu unverdaulich ist, da sie die im Korn enthaltene Stärke schützt. Das macht die Zerkleinerung der Maiskörner unerlässlich. Dazu ein paar wichtige Zahlen, die der Landeskontrollverband Sachsen bei der Analyse von Maissilage in Bezug auf den Korn-Zerkleinerungsgrad CSPS (corn silage processing score) bzw. KPS (kernel processing score) veröffentlicht hat: Nicht ausreichend angeschlagene Körner führen bei einem hohen Anteil an Maissilage in der Ration zu einem niedrigeren Milcheiweißgehalt um 0,1 bis 0,2 %, zu einer geringeren Milchmenge von 1 bis 2 kg pro Tier und Tag sowie zu einem reduzierten Milchfettgehalt von 0,2 bis 0,4 %. 

Mehr Milch und Energie pro Hektar? 

 

Von August bis Oktober 2023 hat CLAAS gemeinsam mit der Sano Tierernährung GmbH im Nordwesten von Ungarn einen Ernteversuch mit Mais und verschiedenen Häckslern durchgeführt. Das Unternehmen Sano betreibt dort das „Sano Agrar Institut Rind“. In direkter Nachbarschaft zum ungarischen Sano-Mineral- und Mischfutterwerk werden an zwei Standorten insgesamt rund 2.400 Milchkühe plus die dazugehörige Nachzucht gehalten. Sano verfolgte mit dem Versuch schwerpunktmäßig futterbauliche Themen, für CLAAS lag der Schwerpunkt auf der Technik mit unterschiedlichen Corn-Cracker-Walzen. Im Ernteeinsatz des Versuchs waren ein betriebseigener Wettbewerbshäcksler, ein CLAAS JAGUAR des lokalen Lohnunternehmens sowie ein zusätzlicher JAGUAR der technischen Entwicklung seitens CLAAS, ausgestattet mit dem MULTI CROP CRACKER MAX (MCC MAX).  Die Einstellungen und Drehzahldifferenzen aller drei Cracker-Aggregate waren gleich aufeinander abgestimmt.

 

Verfüttert wurde der Silomais von März bis Juli 2024 an eine Milchviehherde aus rund 1.200 Holstein-Friesian-Kühen mit einer durchschnittlichen Milchleistung von 40 l pro Tag. Zu prüfen waren folgende Thesen: 

  • Lässt sich durch die höhere Abbaubarkeit von Stärke eine höhere Milchleistung erzielen, weil die vorhandenen Nährstoffe und damit die Energie aus dem Futter besser genutzt werden können? 

  • Ergibt sich daraus ein höherer Flächenertrag an verdaulichem Erntegut?  

  • Wird mehr Milch pro Hektar gemolken und steigt damit der Erlös pro Hektar? 

Einstellungen des Corn Crackers 

 

Vor allem die Arbeitsweise und Wirkung des MCC MAX sollte den Unterschied machen. Wie stark können bei unterschiedlichen Häcksellängen die Maiskörner zerkleinert werden? CLAAS hat das beim JAGUAR so gelöst: Beim MCC MAX Konzept arbeiten Walzen mit schräg angestellten Ringsegmenten ineinander. Damit wird – neben dem Reibeffekt der Zahnprofile – auch ein Schneideffekt zwischen den Ringen erzielt. 

 

Mittlerweile wurde beim MCC MAC und auch beim MCC CLASSIC mit Sägezahnprofil die Drehzahldifferenz serien-mäßig von 30 auf 40 % erhöht; der MCC SHREDLAGE bleibt bei 50 %. Nicht vollständig aufgeriebene Körner werden nicht  vollständig verdaut, und es verbleibt eine „Restenergie“ im Korn oder in der Schale. 

 

Liegt bei der Kornaufbereitung der CSPS-Wert bei mehr als 70 %, befindet er sich im sehr guten Bereich oder gar im Optimum. Werte zwischen 50 und 70 % sind bereits verbesserungswürdig, bei weniger als 50 % gelten die Bestandteile als unzureichend zerkleinert. Die Stärkeverdaulichkeit nimmt dann rapide ab – mit den erwähnten negativen Folgen einer suboptimalen Verwertung durch die Rinder. 

Erfassung in CLAAS connect 

 

Die CSPS-Erfassung wurde im Versuch über eine photometrische Häckselqualitätsanalyse in CLAAS connect vorgenommen. Einmal von CLAAS für den jeweiligen CLAAS JAGUAR freigeschaltet, ist diese Funktion zur Erfassung des CSPS-Wertes einsetzbar, unabhängig davon, dass auch der Sorteneinfluss, der Reifegrad bzw. TS-Gehalt und der Standort für den CSPS-Wert verantwortlich sind. So war es auch im Fütterungsversuch, der folgende Ergebnisse geliefert hat. Der CSPS-Wert kann bei einer Sorte durchaus bei zehn Tage späterem Häckselzeitpunkt und gleicher Erntetechnik um 10 bis 15 Punkte steigen. Entscheidend ist die Differenz  
zwischen den Versuchsvarianten: 

 

  • MCC MAX erreichte unter diesen Erntebedingungen mit 68,1% CSPS-Wert (+4,6 % im Vergleich) den höchsten Wert. 

  • Sehr gute Kornaufbereitung (CSPS) von 68,1 % und intensive Pflanzenaufbereitung 

  • Kaum Überlängen und bessere Fraktionierung der Partikelgrößen mit dem MCC MAX durch die reibende und schneidende Wirkung, das heißt: keine Futterselektion durch die Tiere 

  • Höhere Milchleistung von zusätzlich bis zu 1,5 l pro Tier und Tag mit der Variante MCC MAX 
     

Zu berücksichtigen ist, dass dieses Ergebnis nicht allgemein übertragbar ist, da es von mehreren Faktoren abhängt, wie der Rationsgestaltung, dem Leistungsniveau der Herde, Genetik, Gesundheit, Rasse, Klima, Futter- und Wasseraufnahme, dem Trockensubstanzgehalt der Ration sowie dem Stallklima. Dennoch zeigt der Versuch die Tendenz, dass Landwirte und/oder Lohnunternehmer mit dem Einsatz dieser Cracker-Technik einer Verbesserung der Futterqualität und einer besseren Ausnutzung der in der Stärke enthaltenen Energie deutlich näherkommen können. Ein Fazit aus dem Versuch lautet daher: Allein durch die Kenntnis des CSPS-Wertes kann gezielt Einfluss auf die Futterqualität genommen und diese gesteigert werden.