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Grünfutterernte

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Linggenreute liegt idyllisch in der Nähe des Bodensees – eigentlich ein reines Grünlandgebiet. Dazu passen die rund 70 Stück Milchvieh plus Nachzucht im Stall der Familie Rief. Wesentlich exotischer für diese Gegend sind die 170 Zuchtsauen des Betriebs mit angegliederter Schweinemast. Im Umkreis von 50 Kilometern sind sie die einzigen Schweinefleischerzeuger. Der Maststall der Familie hat rund 1.450 Plätze; die erzeugten Schweine werden einmal wöchentlich nach Ulm an den Schlachthof gefahren und von einem Allgäuer Produzenten zu regionalem Schinken verarbeitet. Rief transportiert die Schweine selbst, genauso wie die Molke zur Schweinemast, die täglich von einer Molkerei mit dem eigenen Lkw abgeholt wird. Um die auf dem Hof anfallenden 9.500 Kubikmeter Gülle pro Jahr sinnvoll zu nutzen, hat Familie Rief zusätzlich eine Güllebiogasanlage errichtet. Mit der Abwärme betreiben sie ein Nahwärmenetz, beheizen den Ferkelstall und versorgen ihre Heutrocknung mit Energie.

Der Betrieb setzt von jeher auf Heumilchproduktion – die 82 ha Grünland werden mittels 2 Trocknungen und fünf Trockenboxen zu bestem Futter verarbeitet

Durch die einfache Bedienung können auch wechselnde Fahrer bei der Steuerung und Klappung keine Fehler machen.

Perfekte Heuernte

Familie Rief versucht weitestgehend in Kreisläufen zu denken und zu arbeiten. Sowohl bei der Schweinemast im geschlossenen System als auch in der Milchwirtschaft. Dazu passt die Heumilchproduktion. Ihre 82 ha Grünland werden 6- bis 7-mal pro Jahr gemäht und mittels 2 Heutrocknungen und 5 Trockenboxen zu hochwertigem Milchviehfutter verarbeitet. Ihre Kühe erhalten pro Tag etwa 20 kg Heu plus Kraftfutter im Melkroboter. Ludwig Rief, der Juniorchef am Betrieb, ist überzeugt von dieser Art der Fütterung: „Heumilch hat bei uns am Betrieb Tradition. Das ist fast schon eine Lebenseinstellung. Wenn es erst zu Hause im Stock liegt, ist es einfach im Handling. Ich muss nicht auf genug Vorschub achten und das lästige Silo abdecken entfällt. Zudem wirkt sich das Heu positiv auf Tiergesundheit und Fruchtbarkeit aus.“ Den letzten Schnitt lässt Familie Rief in der benachbarten Trocknung zu Cobs verarbeiten. Das enthaltene Betacarotin wirkt sich positiv auf die Fruchtbarkeit der Milchviehherde aus – die Rohfaser darin passt sehr gut in die Futterration der Schweine.

 

Dieses Jahr war die Heuernte eine Herausforderung. 1.400 bis 1.500 mm Niederschlag haben die Allgäuer im regulären Jahresdurchschnitt. Dieses Jahr war es wesentlich mehr als normal und trockene Tage und Wiesen eine Seltenheit. „Wir mussten das Heu dieses Jahr heimstehlen“, erzählt Ludwig Rief.

 

„Der neue VOLTO 1500 TS mit seiner Schlagkraft und der großen Bereifung war dieses Jahr wirklich Gold wert. Die durchschnittliche Stundenleistung bei Fahrgeschwindigkeiten von etwa 12 km/h liegt bei etwa 10 Hektar pro Stunde. Die kleinen Kreisel haben eine super Bodenanpassung und die Nachlaufeinrichtung sorgt dafür, dass man beim Einkehren die Kreisel nicht ausheben muss. Das spart Zeit und schont die Grasnarbe.“ Der Kreisler wird mittels K80-Kugelkopfanhängung gezogen. Das sorgt für eine ruckelfreie Fahrt. Positiv aufgefallen ist ihm die Höhenverstellung mittels Kurbel und dazugehöriger gut sichtbarer Anzeige. „Auch die Steuerung ist einfach – wir haben viele wechselnde Fahrer. Eine Fehlbedienung ist hier nicht möglich“, so Rief. „Zudem ist die Klappung wirklich gut, der Kreisler bleibt kompakt und wendig.“

Rief ist speziell mit der Klappung sehr zufrieden – der Kreisler bleibt kompakt und wendig. 

Die Ausführung mit Nachlaufeinrichtung schont die Grasnarbe beim Einkehren.

Schonende Ernte 

Der erste Schnitt wird auf dreimal gemäht, das heißt, etwa 25–30 ha pro Tag sind zu mähen. Gemäht wird mit einem DISCO 8550 plus Aufbereiter – danach wird zwei, bis dreimal gekreiselt, bis der TS-Gehalt bei etwa 70 Prozent liegt. Das verhindert Bröckelverluste bei der Ernte. Das Schwaden übernimmt der LINER 3000, die Ernte ein umgebauter QUANTUM Ladewagen mit 50 Kubikmeter Fassungsvermögen. Pro Tag sind, bei einer durchschnittlichen Schlaggröße von etwa 7 ha, rund 25–30 Fuhren zu den Trocknungen möglich. Die Trocknungen werden mit zweimal 350 kW thermisch beheizt. Das erfolgt durch die Abwärme der Biogasanlage und einer Hackschnitzelheizung. Werden ab dem zweiten Schnitt die Erntemengen niedriger, werden zum Teil über 40 ha pro Tag gemäht und später bei passendem TS-Gehalt geerntet. Bei der Ernte, und den täglichen anfallenden Arbeiten wird die Familie von vier Mitarbeitern unterstützt. Für die nahe Zukunft plant die Familie einen neuen Tierwohlstall für ihre Schweine – an Ideen und Tatendrang mangelt es in Linggenreute definitiv nicht.