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Über CLAAS
Bayrisches Gold

Bayrisches Gold.

Fährt man Richtung Reding, sieht man bereits aus weiter Entfernung große Dampfwolken über riesigen Siloanlagen aufsteigen. Das Gebiet rund um die Trocknung ist für den Maisanbau prädestiniert. Im Frühjahr wird es zeitig warm und dank ausreichend Sonnenstunden reift der Mais sicher bis zum Herbst mit guten Erträgen ab. 

Über die Jahrzehnte hat sich hier eine hervorragende Infrastruktur rund um den Körnermais entwickelt. Angefangen von der Ernte, über die Trocknung und Lagerung bis hin zur Vermarktung. Der größte „Player“, wenn es um Trocknung und Lagerung geht, steht in Reding.

11 Festangestellte und 15 Aushilfen unterstützen in der Hochsaison Vorstand Georg Grill.

In der Körnermaissaison sind bei Thomas und Andreas Hösamer 4 CLAAS Mähdrescher im Dauereinsatz.

100  % in Landwirtshand

Es ist jetzt Anfang Oktober und die Körnermaisernte nähert sich dem Höhepunkt. Täglich werden im 24-Stunden-
Betrieb bis zu 4000 t Nassmais in Reding getrocknet und eingelagert. Je nach Maisertrag bedeutet das eine tägliche Anlieferung von 200–300 ha gedroschenem Mais. Das Unternehmen ist eine Genossenschaft mit 1.200 bayerischen und österreichischen Mitgliedern im Umkreis von bis zu 80 km. Dazu Georg Grill, der 56-jährige geschäftsführende Vorstand: „Unsere Genossenschaft existiert mittlerweile seit 56 Jahren. Eine Genossenschaft in dieser Urform, in der die Bauern zu 100 % Eigentümer sind, ist in dieser Größe einmalig.“ Das Unternehmen macht jedes Jahr einen Umsatz zwischen 40 und 50 Mio. € – hauptsächlich mit Körnermais, es wird aber auch anderes Getreide getrocknet und eingelagert.

 

11 Festangestellte und 15 Aushilfen in der Hochsaison sorgen dafür, dass die Landwirte mit ihren entsprechenden Anteilen zum Selbstkostenpreis ihren Mais trocknen können. Dazu werden in der Saison rund 20 – 30 Mio. kWh Energie in Form von Erdgas benötigt. Das entspricht einer Menge von etwa 3 Mio. l Heizöl. Dazu Georg Grill: „Diese Zahl klingt wahnsinnig hoch. Vergleicht man es aber zum Beispiel mit einem Düngemittelhersteller, relativiert sich das. Unser Jahresverbrauch entspricht in der Branche einem einzigen Produktionstag.“

Die Trocknungsgenossenschaft Reding ist die größte Maistrocknung im deutschsprachigen Raum – bis zu 4.000 t Nassmais täglich.

Einlagerung XXL

Die 49 Silos bieten Lagerraum für rund 135.000 t Mais, das entspricht etwa 10.000 ha Mais. Die kleineren Trichtersilos sind für Nassmais und fassen 700 t, die großen Lagersilos 6.000 t. Ist die Maisernte in vollem Gange, kippen die Landwirte schon ab morgens ihre Ware in eine der 3 Annahmen. 8 Trockner sorgen dafür, dass der Mais auf die gewünschte Lagerfeuchte von 15 % getrocknet wird.

 

Danach geht es ab in die 30 m hohen Silos. 50 Messpunkte pro Silo sorgen dafür, dass die Maistemperatur und (Mais)-feuchte während der Lagerung beständig überwacht wird. Während der Ernte wird parallel zum Trocknen die Ware bereits wieder vermarktet. Bis zu 120 Lkw pro Tag verlassen das 5 ha große Gelände. Dank groß dimensionierter Verladesilos ist ein Lastwagen in 4 min geladen und bereit für die Abfahrt zum Kunden. Dazu Georg Grill: „Wir vermarkten unseren Mais hauptsächlich in die Lebensmittelbranche und als Futter. Bei beiden Vermarktungswegen muss die Qualität stimmen. Wichtig ist, dass der Mais mit einem Feuchtegehalt von unter 30 % angeliefert wird. Dann ist die Stärkeeinlagerung abgeschlossen und kein Zucker mehr im Korn. Erkennbar ist das am sogenannten Black Layer, -dem schwarzen Punkt an der Spitze des Maiskorns. Zudem ist der Bruchkornanteil beim reifen Mais wesentlich geringer, da weniger aggressiv gedroschen werden muss.“

Für Maisqualität zählen Sorte, Boden, Klima, Erntezeitpunkt, Druschtechnik und der Fahrer.

Der LEXION unterstützt die Fahrer und sorgt für eine erfolgreiche Ernte.

Druschqualität muss stimmen

Aber nicht nur der Reifegrad, sondern auch die Druschqualität hat ihren Anteil an der Beschaffenheit des Ernteguts. Wie man das beeinflusst, wissen die Gebrüder Thomas und Andreas Hösamer vom Lohnunternehmen Hösamer aus Pocking am besten. Die beiden sind Spezialisten für Maisdrusch, bieten aber in ihrem Lohnunternehmen mit 2 Festangestellten und 18 Aushilfen die ganze Bandbreite von Dienstleistungen vom Anbau bis zur Ernte an. Zusätzlich bewirtschaften sie einen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb mit Schweinemast.

 

Für den Mähdrusch stehen bei den Brüdern 6 CLAAS Drescher am Hof – 4 davon laufen von September bis November ununterbrochen im Körnermais und sorgen dafür, dass die 1.800 ha Fläche ihrer Kunden zügig Richtung Trocknung gehen können. 

 

Damit der Mais in der gewünschten Qualität und ohne Verluste auf den Hänger kommt, ist einiges zu beachten. „Zuerst muss der Mähdrescher natürlich entsprechend umgerüstet werden. Dazu tauschen wird die Körbe, um den Korbabstand zu vergrößern. Beim Dreschen fahren wir nur mit Obersieb, das Untersieb wird herausgenommen und die Überkehr abgedeckt. Zudem gehen wir mittels Reduziergetriebe mit der Dreschtrommeldrehzahl im Mais nach unten – das alles sorgt für einen geringen Bruchkornanteil.“

 

Aber das ist nur der Anfang. Um zusätzlich die Pflückverluste so gering wie möglich zu halten, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten. „Wir haben seitlich am Pflücker Haubenerhöhungen angebracht. Sie drücken die äußeren Reihen etwas nach innen und zusammen mit der Erhöhung reduzieren sich so die Kolbenverluste.“

 

Um Pflückverluste zu minimieren, wird der Abstand der Pflückschienen entsprechend angepasst. Zusätzlich sind die Drescher mit einem Vorsatzvariator ausgestattet. Dadurch kann der Fahrer über das CEBIS die Einzugsgeschwindigkeit der Pflanzen dem jeweiligen Bestand anpassen. Für liegenden Mais sind ihre Maschinen zusätzlich mit Lagermaisschnecken versehen.

 

Laut Andreas Hörsamer ist der Fahrer genauso wichtig wie die verbaute Technik. Jeder Maisbestand ist anders und der Kolben lässt sich unterschiedlich schwer von der Pflanze pflücken. Auch das Korn lässt sich je nach Sorte, Reifegrad und Witterung unterschiedlich ausdreschen. Der Fahrer kann hier mit entsprechenden Einstellungen, Fahrgeschwindigkeit und Schnitthöhe großen Einfluss auf die Erntequalität nehmen.

 

Auch in Zukunft wird es ausreichend Arbeit für die Brüder Hösamer geben. Sinkende Schweinebestände in der Region und der Maisdeckel für Biogasbetriebe führen in dieser Region zu weiter steigenden Anbauzahlen beim Körnermais.