Druschqualität muss stimmen
Aber nicht nur der Reifegrad, sondern auch die Druschqualität hat ihren Anteil an der Beschaffenheit des Ernteguts. Wie man das beeinflusst, wissen die Gebrüder Thomas und Andreas Hösamer vom Lohnunternehmen Hösamer aus Pocking am besten. Die beiden sind Spezialisten für Maisdrusch, bieten aber in ihrem Lohnunternehmen mit 2 Festangestellten und 18 Aushilfen die ganze Bandbreite von Dienstleistungen vom Anbau bis zur Ernte an. Zusätzlich bewirtschaften sie einen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb mit Schweinemast.
Für den Mähdrusch stehen bei den Brüdern 6 CLAAS Drescher am Hof – 4 davon laufen von September bis November ununterbrochen im Körnermais und sorgen dafür, dass die 1.800 ha Fläche ihrer Kunden zügig Richtung Trocknung gehen können.
Damit der Mais in der gewünschten Qualität und ohne Verluste auf den Hänger kommt, ist einiges zu beachten. „Zuerst muss der Mähdrescher natürlich entsprechend umgerüstet werden. Dazu tauschen wird die Körbe, um den Korbabstand zu vergrößern. Beim Dreschen fahren wir nur mit Obersieb, das Untersieb wird herausgenommen und die Überkehr abgedeckt. Zudem gehen wir mittels Reduziergetriebe mit der Dreschtrommeldrehzahl im Mais nach unten – das alles sorgt für einen geringen Bruchkornanteil.“
Aber das ist nur der Anfang. Um zusätzlich die Pflückverluste so gering wie möglich zu halten, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten. „Wir haben seitlich am Pflücker Haubenerhöhungen angebracht. Sie drücken die äußeren Reihen etwas nach innen und zusammen mit der Erhöhung reduzieren sich so die Kolbenverluste.“
Um Pflückverluste zu minimieren, wird der Abstand der Pflückschienen entsprechend angepasst. Zusätzlich sind die Drescher mit einem Vorsatzvariator ausgestattet. Dadurch kann der Fahrer über das CEBIS die Einzugsgeschwindigkeit der Pflanzen dem jeweiligen Bestand anpassen. Für liegenden Mais sind ihre Maschinen zusätzlich mit Lagermaisschnecken versehen.
Laut Andreas Hörsamer ist der Fahrer genauso wichtig wie die verbaute Technik. Jeder Maisbestand ist anders und der Kolben lässt sich unterschiedlich schwer von der Pflanze pflücken. Auch das Korn lässt sich je nach Sorte, Reifegrad und Witterung unterschiedlich ausdreschen. Der Fahrer kann hier mit entsprechenden Einstellungen, Fahrgeschwindigkeit und Schnitthöhe großen Einfluss auf die Erntequalität nehmen.
Auch in Zukunft wird es ausreichend Arbeit für die Brüder Hösamer geben. Sinkende Schweinebestände in der Region und der Maisdeckel für Biogasbetriebe führen in dieser Region zu weiter steigenden Anbauzahlen beim Körnermais.