Skip to main content
Autonomer Traktor
Landmaschinen
Digitale Lösungen
Service & Parts
Erleben
Karriere
Presse
Über CLAAS

Autonome Traktoren

Autonomer Traktor

Wohin geht die Reise?

Immer wieder hört man in der Praxis Fragen, ob die Idee autonom arbeitender Roboter oder Traktoren überhaupt praktikabel ist? Schließlich müssten diese Zugmaschinen auch in der Lage sein, die Arbeit ihrer Anbaugeräte eigenständig zu kontrollieren und bei Bedarf zu korrigieren. Das ist ein durchaus ernst zu nehmender Einwand. Denn es gibt bereits autonome, sprich fahrerlose Roboterfahrzeuge für den landwirtschaftlichen Einsatz, aber kaum dazu passende Anbaugeräte, die ebenfalls in der Lage sind, sich autonom an die jeweiligen Arbeitsbedingungen auf dem Feld anzupassen.

 

Ganz anders angelegt ist das Konzept eines relativ jungen Entwicklungsverbundes namens „3A – ADVANCED AUTOMATION & AUTONOMY“, den CLAAS, der Roboterhersteller AgXeed und der Gerätehersteller Amazone gemeinsam ins Leben gerufen haben. Das Hauptziel dieses Verbundes besteht darin, die Autonomie in der Landwirtschaft durch die Zusammenarbeit von Experten aus den Bereichen Robotik, Traktoren und landwirtschaftliche Geräte schneller voranzutreiben. Erstes Arbeitsergebnis dieser Kooperation ist ein Prototypen-Gespann, das aus einem XERION und einem angebauten Grubber besteht und entweder hochautomatisiert (mit Fahrer) oder vollautonom (ohne Fahrer) betrieben werden kann. Aktuell befindet sich dieses Gespann in einem Versuchsstadium, in dem die technischen Lösungen für Planung und Kommunikation zwischen Software und Gespann bereits weit fortgeschritten sind. Im weiteren Verlauf arbeitet der Verbund an der Entwicklung praxistauglicher Lösungen, um auch die speziellen Sicherheitsanforderungen zu erfüllen.

 

Je nach Einsatz mit oder ohne Fahrer

 

Interessant ist ein autonomer Traktor v. a. für die Betriebe, die nicht groß genug sind, um einen Roboter wirtschaftlich sinnvoll auszulasten. Denn er kann wie gewohnt mit Fahrer, aber auch ohne ihn zum Einsatz kommen. In der Praxis könnte das z. B. so aussehen: Tagsüber ist der Traktor mit Fahrer unterwegs, um Transportaufgaben oder Arbeiten auf kleineren Flächen zu erledigen. Nachts hingegen wird er autonom, also ohne Fahrer, eingesetzt, um große Flächen zu grubbern. 

Verschiedene Sensoren am Grubber überwachen die Arbeitstiefe, die Walzendrehzahl sowie Verstopfungen, Scharverluste und die Überlastsicherungen.

Das vom 3A-Verbund vorgestellte Prototypen-Gespann wirkt auf den ersten Blick wenig spektakulär. Spektakulär ist aber die in seinem Inneren verbaute Technologie, denn sie dient im autonomen bzw. hochautomatisierten Einsatz dazu, per Mobilfunk und ISOBUS Schnittstelle die jeweiligen Auftrags-, Steuerungs- und Dokumentationsdaten zwischen Planungssoftware, Traktor und Anbaugerät auszutauschen. 

 

Auch der Amazone Grubber hat es in sich: Überwachungsaufgaben, die beim Standardgespann dem Fahrer obliegen, erfolgen hier über eine neu entwickelte Ausrüstung namens Amazone AutoTill. Diese Ausrüstung umfasst u. a. verschiedene Sensoren, mit denen Arbeitstiefe, Neigung und Walzendrehzahl der Maschine sowie Verstopfungen, Scharverluste und die Überlastsicherung überwacht werden. 

 

Die Planungs- und Ausführungssoftware für den Arbeitsprozess, die ursprünglich von AgXeed stammt, wird von den 3A-Verbundpartnern gemeinsam weiterentwickelt. Bei CLAAS werden die Softwarefunktionen unter dem Namen Autonomy Connect in das Internetportal CLAAS connect integriert. Das verschafft den Nutzern einen schnellen und einfachen Zugriff auf die Software, egal ob über Büro-PC, Tablet oder Smartphone. Als zusätzlichen Pluspunkt benötigt der Nutzer keine separate Software, weil sie über die bereits im gesamten Betrieb verwendete CLAAS connect Plattform bereitgestellt wird.

 

Da die Software auf die Optimierung des gesamten Arbeitsprozesses ausgelegt ist, umfasst sie nicht nur die Planung von Start- und Endpunkten inkl. Vorgewendefahrten und -management für den Traktor. Vielmehr können – mit Blick auf die Überwachung der Arbeitsqualität – auch dynamische Anpassungen am gesamten Maschinengespann vorgeplant werden. So werden im praktischen Einsatz z. B. die Arbeitstiefe und die Geschwindigkeit automatisch reduziert, wenn das System erkennt, dass eine Verstopfung am Grubber droht.

Weil der Datenaustausch zwischen der Software und dem Maschinengespann über ISOBUS Schnittstellen läuft, lässt sich das System auch mit Anbaugeräten anderer Hersteller nutzen. So ist bereits der Mulchtechnikhersteller Müthing dem Autonomieverbund beigetreten, mit weiteren Interessenten laufen Gespräche.

 

Das bleibt festzuhalten

 

Dem Ziel des 3A-Verbundes, die Autonomie in der Landwirtschaft schneller vorwärts zu bringen, sind die Projektpartner schon ein gutes Stück näher gekommen. Egal ob Roboter oder autonomer Traktor – mit einer Integration der Anbaugeräte werden mehr Betriebe in die Lage versetzt, durch den autonomen Maschineneinsatz wertvolle Arbeitszeit zu sparen.

Für diese „wesentliche Weiterentwicklung der Digitalisierung im Pflanzenbau in Richtung autonomer Feldroboter“ sind die 3A-Grün dungsmitglieder CLAAS, AgXeed und Amazone im Zuge des AGRITECHNICA INNOVATION AWARDS 2023 mit einer Silber medaille ausgezeichnet worden.