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Gute Erntejahre wie 2025 mag Tjark Hartmann-Paulsen nicht so gern – zumindest bei Kartoffeln. 20 % mehr als üblich hat er geerntet, so wie die meisten anderen Kartoffelbetriebe in Deutschland auch. „Viel Ware am Markt ist immer verbunden mit niedrigen Preisen“, sagt der junge Betriebsleiter. „Deshalb sind die ertragsschwachen Jahre meist die wirtschaftlich besseren.“ 

 

Er muss es wissen. Denn Kartoffeln baut der Familienbetrieb im schleswig-holsteinischen Hasenkrug schon seit über 30 Jahren an. Heute liegt die Anbaufläche bei 190 ha. Bei mittleren Erträgen von 50 t/ha kommt der Betrieb im Schnitt auf 9.500 t Kartoffeln pro Jahr. Auch die Aufbereitung, Verpackung, Lagerung und Auslieferung der Ware übernimmt der Betrieb selbst mit insgesamt elf Mitarbeitenden. 

 

Mit Abstand wichtigster Abnehmer ist ein großer Lebensmitteleinzelhändler, dessen Zentrallager für Norddeutschland im benachbarten Neumünster liegt. Mit diesem Großkunden ist der Betrieb über die Jahre stetig gewachsen. 

Einheitliche Größen und eine schöne, gelbe Farbe – Qualität und Ertrag stimmten für Tjark Hartmann-Paulsen im Anbaujahr 2025.

Viel Platz für die Ernte: In den großen Holzkisten kann der Betrieb in seinen Hallen bis zu 7.500 t Kartoffeln lagern.

Qualität muss stimmen 

 

Der Handel stellt hohe Ansprüche an die Qualität der Ware. Gefragt ist vor allem eine gute Optik mit gleichmäßiger Sortierung ohne Verformungen mit möglichst gelber, glatter Schale. „Die Knollen sollen möglichst wie aus dem Ei gepellt sein“, sagt Tjark Hartmann-Paulsen. „Die Kunst ist, das im Anbau immer hinzubekommen.“ 

 

Preise und Mengen werden wöchentlich ausgehandelt. Der Handel teilt die Ware in zwei Qualitätsstufen ein: Premium und Preiseinstieg. Ziel ist es natürlich, möglichst viel Premiumware zu erzeugen. Feste Abnahmegarantien gibt es nicht. Aber die beiden Geschäftspartner sind soweit eingespielt, dass die Mengen für den Betrieb gut planbar sind.  

 

Die mit Abstand wichtigsten Gebindegrößen sind 2- und 2,5-kg-Beutel. Abgepackt wird ganzjährig. Der Großhändler nimmt die Ware im Frühjahr so lange an, wie die Qualitäten stimmen. In der Regel ist das bis in den Mai hinein. Dafür stehen Lagerkapazitäten

Düngung im Fokus

 

Um die hohen Qualitätsansprüche sicherzustellen und den Anbau weiter zu optimieren, arbeitet der Betrieb seit zwei Jahren mit CLAAS connect. Tjark und sein Vater Ralf nutzen das Programm ausschließlich für die teilflächenspezifische Bearbeitung. Der Fokus liegt dabei natürlich auf der Kartoffel, und hier speziell auf einer angepassten Grunddüngung. 
 

Zwar sind die insgesamt 750 ha sandig-humoser Böden des Betriebs recht homogen, aber bei den Humusgehalten gibt es erhebliche Unterschiede. Sie schwanken zwischen 2 und 6 %, was im Kartoffelanbau Probleme bereitet. Denn mehr Humus heißt mehr N-Nachlieferung. Das führt bei einheitlicher N-Düngung der Knollen auf besonders humusreichen Teilflächen zu einer stark verzögerten Abreife und damit zu Qualitätseinbußen. 

 

Um das zu vermeiden, setzt der Betrieb auf eine intensive Bodenanalyse mit etwa 90 Proben auf den 190 ha Kartoffelfläche. Wo die optimalen Probenpunkte liegen, ermittelt CLAAS connect über die Potenzialkarten. Die Karte mit den festgelegten Probenpunkten geht dann direkt an den beauftragten Probennehmer. 

Tjark Hartmann-Paulsen nutzt CLAAS connect nicht nur zur Düngeplanung bei Kartoffeln. Auch bei Getreide und Mais ist die Anwendung für ihn sehr hilfreich.

CLAAS connect ermittelt über Potenzialkarten, wo die optimalen Probepunkte für die gut 190 betrieblichen Bodenproben liegen. 

Teilflächenspezifische Bewirtschaftung  

 

Nach der Beprobung werden die Daten zu den NPK-Gehalten, dem pH-Wert und den Humusgehalten in das CLAAS connect Programm überführt und Düngekarten mit einem Raster von 2,5 ha erstellt. „Die eingesetzten Stickstoffmengen variieren in den Teilflächen zwischen 40 und 90 kg/ha. So gelingt es uns, die Bestände und vor allem die Abreife einheitlich zu gestalten“, sagt der Junglandwirt. 

 

Auch für die Aussaat und Düngung von Getreide und Mais nutzt er CLAAS connect. Hier passt er in einem kleineren Raster von 10 x 10 m2 die Düngung an und beim Mais zusätzlich die Aussaatstärken. Im Weizen lokalisierte er mithilfe der Biomassekarten von Satellitenaufnahmen die bereits wegen Trockenheit abgestorbenen Teilflächen und verzichtete hier komplett auf eine N-Abschlussgabe. Dadurch konnte der Betrieb 5 t Dünger einsparen. Um beim Mais die Aussaatdichte zu optimieren, wurden in CLAAS connect aktuelle Biomassekarten und vor allem die Ertragspotenziale der letzten sieben bis acht Jahre als Basis herangezogen. Tjark Hartmann-Paulsen nutzt diese Daten, um die Saatdichte in den Teilflächen nach oben und unten anzupassen, je nach den zu erwartenden Erträgen. Das ist ein Lernprozess und erfordert laut Hartmann-Paulsen eine gewisse Erfahrung, funktioniert für ihn aber bisher sehr gut und verlässlich.  

 

„Man muss sich einfach trauen, etwas auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln“, meint Hartmann-Paulsen. So testete er im abgelaufenen Jahr erstmals eine teilflächenspezifische Fungizidbehandlung in Gerste. Bei Fragen bekommt er vom lokalen CLAAS Vertrieb immer umgehend eine Antwort. Um die digitalen Karten mit den tatsächlichen Verhältnissen auf dem Acker abzugleichen, ist es ihm wichtig, die Flächen regelmäßig zu kontrollieren und auch Arbeitsgänge selbst zu erledigen. 

 

„Für unseren Betrieb mit unseren Voraussetzungen hat das mit der teilflächenspezifischen Bearbeitung zu 99 % geklappt“, sagt er. „Durch die gleichmäßigere Verteilung der Dünger haben wir bessere Qualitäten bei den Kartoffeln und im Getreide. Damit hat das Programm sein Geld verdient. Und das ist für uns die Hauptsache.“