Mit der Wiederaufnahme der Pressenproduktion stand das Unternehmen bereits mit einem Bein in der Futterernte. Der wirkliche Eintritt erfolgte jedoch erst mit dem Erwerb der Firma Bautz, Saulgau, im Jahr 1969. Alfred und Eugen Bautz, die geschäftsführenden Gesellschafter des alten und angesehenen Familienunternehmens und Freunde von Firmengründer August Claas, hatten Schwierigkeiten, eine geeignete Nachfolge für ihr Unternehmen zu finden. Die Firma Bautz hatte eine lange Tradition und verfügte über große Erfahrung in der Futterernte, lag sie doch mitten in einem Gebiet mit intensiver Grünlandwirtschaft und hocheffizienten Milchviehbetrieben. Das Futterernte-Know-how steckte bei Bautz sozusagen in den Mauern. Somit kam CLAAS zu einem breiten Angebot an Mähern, Zettern, Schwadern und Ladewagen.
Den nächsten Schritt in der Verbreiterung der Produktpalette setzte das Unternehmen durch die Übernahme des renommierten und befreundeten Landmaschinenbauers Hermann Speiser aus Göppingen. Da Speiser seine Häckslerproduktion abgeben wollte, griff CLAAS spontan zu und fügte das System „Häckseltechnik“ zum Saulgauer Programm der Futterernte hinzu. Der Mais als Häckselgut spielte seinerzeit zwar noch keine große Rolle. Der Wert des Produktnamens JAGUAR, den das Unternehmen von Speiser mit übernommen hatte, sollte sich aber in späteren Jahren zeigen.
Bereits 1972 ging CLAAS daran, selbstfahrende Häcksler zu entwickeln – angespornt durch das wachsende Interesse des Marktes und inspiriert von selbstgebauten Maschinen einiger Händler. Mit der Erfahrung im Bau von selbstfahrenden Mähdreschern und einem großen Reservoir an erprobten Komponenten aus der Mähdrescher-Großserienfertigung konnte die Entwicklungszeit stark verkürzt werden. Bereits 1973 stellte das Unternehmen seinen ersten selbstfahrenden Feldhäcksler vor, den JAGUAR 60 SF. Recht bald avancierte das Unternehmen mit der weiterentwickelten JAGUAR Baureihe zum europäischen Marktführer und schließlich – mit der 800er Baureihe – zum Weltmarktführer.
Mit der Silageerntetechnik war der Ausbau der Produktsparte „Futterernte" bei CLAAS zu einem gewissen Abschluss gekommen. Das Unternehmen deckte nunmehr sowohl Körner- als auch Futterernte mit einem breiten Produktangebot ab. Aus dem Mähdrescherspezialisten wurde: „CLAAS – der Erntespezialist“.