Herr Dr. Diekhans, im Oktober eröffnete CLAAS ein neues Entwicklungszentrum für Elektronik in Dissen, Niedersachen. Was denken Sie über diesen Schritt als jemand, der die Elektronikentwicklung bei CLAAS von Beginn an miterlebt hat?
Es ist wirklich spannend zu sehen, wie sich diese Sparte entwickelt hat. Ich bin 1979 zu CLAAS gekommen und war ab 1982 für die Elektronikentwicklung verantwortlich. Heute sind es ja über 300 Elektroniker, die einen großen Teil der Innovationen bei CLAAS vorantreiben – damals waren wir ein Team von gerade einmal vier Mitarbeitern, das dafür zuständig war. Dies ist wirklich eine beeindruckende Entwicklung, wenn ich daran zurückdenke, wie klein wir damals angefangen haben.
Wie sahen die Anfänge der Elektronikentwicklung bei CLAAS aus?
Der Aufbau einer eigenen Elektronikabteilung bei CLAAS begann in den 1970er Jahren mit der Entwicklung des Lenkautomaten und des Durchsatzkontrollgeräts DKG. Der Lenkautomat war, als er 1975 vorgestellt wurde, eine Attraktion auf allen Messen: Plötzlich hatte der Fahrer beim Lenken die Hände frei! Seitdem bilden automatische Lenksysteme einen wichtigen Schwerpunkt bei CLAAS und wurden immer weiter vorangetrieben und perfektioniert: Mit der Einführung von AUTO CONTOUR 1990, dem LASER PILOT 1998 und dem GPS PILOT 2003 haben wir dafür gesorgt, dass CLAAS immer das beste und leistungsfähigste Produktangebot auf diesem Gebiet hat. Auch das DKG, das wir 1974 auf den Markt gebracht haben, war angesichts der heutigen Bedeutung der Mähdreschereinstellung eine wegweisende Entwicklung.
Wie verlief die weitere Entwicklung in diesem Bereich?
Das DKG zeigte den Kornverlust am Mähdrescher an, was beim damaligen Stand der Technik schon eine Innovation war. Wir wussten aber: Da geht noch mehr! 1983 habe ich dann ein staatliches Förderprogramm eingeworben, das uns die Entwicklung des Bordinformators ermöglichte. Als der 1985 auf den Markt kam, hat er alles verändert: Jetzt konnte man elektronische Informationen, wie etwa die gemähten Hektar, direkt in der Kabine anzeigen. Der Erfolg des Bordinformators, der bis 2009 hergestellt wurde, spricht ja für sich und für den Bedarf nach derartigen Lösungen; über 29.000 Geräte haben wir verkauft. Trotz dieses großen Erfolgs haben wir uns natürlich nicht auf unseren Lorbeeren ausgeruht, sondern versucht, auch dieses System immer weiter zu verbessern.













