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Über CLAAS

#16 Gummi statt Kette.

Große Maschinen nutzen und dennoch den Ackerboden schonen: Das geht am besten mit Raupenlaufwerken. TERRA TRAC kam 1988 auf den Markt, die Geschichte beginnt aber viel früher.

NameProduktJahr
TERRA TRAC      Mähdrescher         1988           

Das TERRA TRAC Konzept hat sich seit den 1980er-Jahren bei Mähdreschern bewährt. CLAAS hat dieses Konzept daher auch auf den Traktor und den Feldhäcksler übertragen.

Raupenschlepper und Traktoren mit metallenen Gleisketten gab es in der Landtechnik schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Schließlich waren Probleme bei der Ernte auf schweren und schlammigen Böden bei der Mechanisierung der Landwirtschaft ein ständiger Begleiter. Nur mithilfe von Raupenlaufwerken war es möglich, in bestimmten Gegenden überhaupt Landwirtschaft zu betreiben. CLAAS hatte bereits seinen ersten selbstfahrenden Mähdrescher mit Gleisketten ausgerüstet, jedoch blieben diese Laufwerke zunächst ein Nischenprodukt, eingesetzt vor allem in der Reisernte. Für eine weitere Verbreitung waren die metallenen Gleisketten zu verschleißanfällig und zu teuer. Zudem waren mit dieser Antriebstechnik Straßenfahrten entweder ganz ausgeschlossen oder die Maschinen schwer handhabbar. Weil die Reifenhersteller große Fortschritte machten und immer bessere Produkte für Maschinen entwickelten, dominierten in der Landwirtschaft fast überall Radfahrzeuge die Märkte.

 

Jedoch war eine weitere Entwicklung erkennbar: Durch die neue Technik wurden die Landmaschinen immer größer und schwerer. Die Themen Bodendruck und Bodenverdichtung gewannen an Bedeutung. Parallel gab es große Fortschritte in der Fahrwerktechnik auf Basis von Gummiraupen und dieser Übergang von der Gleiskette zur Gummiraupe eröffnete völlig neue Einsatzmöglichkeiten. Größter Vorteil für die Nutzer war, dass sich der Bodendruck durch die Gewichtsverteilung auf eine große Auflagefläche verminderte. Die Bodenverdichtung minimierte sich, Ertragseinbußen wurden verhindert. Auch waren Straßenfahrten mit Gummiraupen im Gegensatz zu Gleisketten kein Problem.

 

CLAAS arbeitete bei der Entwicklung auf diesem Gebiet zunächst mit der Firma Caterpillar zusammen. Das US-Unternehmen hatte schon zehn Jahre zuvor für eine militärische Entwicklung ein Gummiraupenlaufwerk konstruiert, das eine 60-t-Last mit bis zu 80 km/h transportieren konnte. Dieses Know-how war die Grundlage für die Entwicklung des CHALLENGER 65 Raupentraktors. CLAAS und Caterpillar kamen überein, ein mobiles Laufwerksystem für selbstfahrende Arbeitsmaschinen und für gezogene Maschinen zu entwickeln. Die gemeinsame Entwicklung mit der Bezeichnung MOBIL TRAC SYSTEM (MTS) war ein Fahrwerk, das universell für viele selbstfahrende Arbeitsmaschinen genutzt werden konnte. Der erste damit ausgerüstete Mähdrescher war der COMMANDOR 116 CS, bestimmt war er ausschließlich für den US-Markt und kam bei den amerikanischen Farmern sehr gut an.

 

Das straßentaugliche Vollraupenfahrwerk, bei dem anstelle der sonst üblichen Gleisketten armierte Gummilaufbänder für Bewegung sorgten, ermöglichte Fahrgeschwindigkeiten bis 20 km/h, wobei der gewohnte Fahrkomfort erhalten blieb, denn die Steuerung erfolgte wie gewohnt über das Lenkrad. Bereits Ende 1988 führten CLAAS und Caterpillar für das neue Profillaufband die Bezeichnung TERRA TRAC ein. Der US-Markt reagierte noch positiver auf diese Innovation in der Fahrwerktechnologie, als die Iowa State University die Ergebnisse einer 3-jährigen Studie veröffentlichte: Aus ihr ging eindeutig hervor, dass Raupenlaufwerke erheblich zur Bodenschonung und damit letztlich zu besseren wirtschaftlichen Ergebnissen für die Farmer beitragen.

 

Nun ging es darum, auch den europäischen Markt zu erobern. Bisher waren die neuen Fahrwerke als Vollraupen konzipiert – doch das kollidierte mit der in Europa zulässigen Gesamtbreite für den Straßenverkehr, zudem waren die für die Vollraupen genutzten elektrischen Lenksysteme in europäischen Ländern für den Straßenverkehr nicht zugelassen. Um hier eine Lösung zu finden, dachten die CLAAS Entwickler über die Konstruktion eines Halbraupenfahrwerks nach.

 

Nach ersten Fahr- und Feldversuchen 1994 mit einem MEGA 218 Mähdrescher zeigten sich bereits deutlich die Vorteile der Halbraupe gegenüber der Vollraupe: schmale Transportbreiten, mit denen die gesetzlichen Vorgaben in Europa erfüllt wurden, große Laufruhe und Nickstabilität. Insbesondere das Thema Straßenzulassung war das für eine europäische Markteinführung entscheidende Kriterium.