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Kürzer ist immer besser bei Grassilage“, sagt Christian Deux. Er ist Tierarzt und einer von drei Geschäftsführern der Gesellschaft agro prax, die sich auf die Betreuung von Milchvieh spezialisiert hat. Und er hat gute Gründe für seine Empfehlung. Deux steht in engem Kontakt zu Fütterungsexperten aus den USA, die mit kurzgehäckseltem Gras von zehn Millimeter Länge und kürzer, sehr gute Erfahrungen in der Praxis gemacht haben.

 

„Der entscheidende Punkt ist, dass wir die Ration mit Kurzschnittgrassilage homogener machen und damit nicht mehr selektierbar für die Kühe“, erklärt der Fachmann. Dadurch nehmen die Kühe laut Deux immer alle Komponenten der Ration auf, was sich positiv auf die Grundfutteraufnahme und vor allem auf die Gesundheit der Kühe auswirkt. „Diesen Effekt sehe ich auf allen Betrieben, die ich betreue“, sagt der Veterinär.

 

Dazu gehört auch Westerkamp Holsteins, der Betrieb von Kim Saß-Hauschildt in Hemdingen bei Elmshorn in Schleswig-Holstein. Er melkt 730 Milchkühe und kommt auf eine sehr hohe Durchschnittsleistung von 13.500 Liter pro Kuh und Jahr bei ebenfalls hohen Werten für Fett und Eiweiß. Ein erster wichtiger Schritt für diese hohen Leistungen war laut Saß-Hauschildt die Einführung von SHREDLAGE®. Die stärker aufgeschlossene Langschnittmaissilage füttert er seit 2013.

„Wir brauchen immer scharfe Messer.“

Stefan Wulf

Lohnunternehmer

 

Stefan Wulf vom Lohnunternehmen Uwe Wulf in Wulfsmoor bei Elmshorn. Das Unternehmen beschäftigt 27 Mitarbeiter und hat unter anderem 3 CLAAS JAGUAR 970 und je einen JAGUAR 950 und 940 im Einsatz.

„Wir sind eine Grünlandregion und häckseln stundenmäßig mehr Gras als Mais. Bei uns setzen inzwischen sehr viele Betriebe auf Kurzschnitt bei Grassilage, vor allem die stark leistungsorientierten Milchviehhalter. Die meisten Betriebe wollen eine theoretische Länge von zehn Millimetern. Um das sauber hinzubekommen, arbeiten wir immer mit vollem Messersatz. Entscheidend für eine gute Kurzschnittqualität sind scharfe Messer. Sonst wird das Material eher abgehackt statt geschnitten und der Spritverbrauch steigt. Außerdem brauchen wir ausreichend große Schwade, um immer genügend Material für eine gute Schnittqualität an der Messertrommel zu haben. 

Vierkreiselschwader sind deshalb der Standard bei uns. Insgesamt haben wir durch häufigere Messermontage, die etwas geringere Flächenleistung und den höheren Verschleiß der Messer einen Mehraufwand bei Kurzschnittsilage. Der Spritverbrauch steigt vor allem bei theoretischen Häcksellängen von unter acht Millimetern stärker an. Da wir langsamer fahren, müssen wir mehr Häckselstunden abrechnen. Dafür passt auch mehr Erntegut auf die Abfuhrwagen und das kurze Material lässt sich besser festfahren. Insgesamt sind die Kunden sehr zufrieden mit der Kurzschnittqualität, die wir liefern.“

Mit Fütterungsberater Christian Deux (r.) hat Kim Saß-Hauschildt erfolgreich eine Kurzschnittgrassilage auf seinem Betrieb eingeführt.

Homogenität macht sich bezahlt

Ab 2017 reduzierte er dann nach und nach die Schnittlänge seiner Grassilage von 50 bis 25 Millimeter auf heute 8 Millimeter. Obwohl der Anteil der Grassilage in der Ration mit 3,2 Kilogramm bei knapp 14 Kilogramm SHREDLAGE® gering ist, beobachtete Kim Saß-Hauschildt relativ schnell positive Effekte: „Die Rationen waren von Anfang an homogener, die Kühe selektierten nicht mehr und waren gesünder, weil der pH-Wert im Pansen sehr stabil bleibt. Außerdem ist die Futteraufnahme und damit auch die Milchleistung gestiegen.“

 

Fütterungsexperte Christian Deux bestätigt diese Entwicklung und nennt noch einen weiteren Vorteil: „Mit Einführung der Kurzschnittgrassilage konnten wir den Grundfutteranteil auf dem Betrieb innerhalb von fünf Jahren von 50 auf bis zu 65 Prozent erhöhen und so die Futterkosten insgesamt senken.“

 

So groß die Vorteile von Kurzschnittgrassilage in der Fütterung sind, so herausfordernd ist es laut Fütterungsberater Christian Deux, die kürzere Häcksellänge in der Praxis gut umzusetzen. „Gras ist viel heterogener als Mais“, sagt Deux. „Das Material kommt viel ungleichmäßiger bei den Messern des Häckslers an, sprich längs und quer, was einen gleichmäßigen kurzen Schnitt erschwert.“ Für eine gute Kurzschnittsilage müssten deshalb Anpassungen vorgenommen werden, die für Lohnunternehmer einen Mehraufwand bedeuten.

 

Herausfordernder beim Schnitt

Nach den Erfahrungen von Kim Saß-Hauschildt gehört dazu etwa der volle Messersatz im Häcksler, ausreichend starke, gleichmäßige Schwade und die Anpassung der Fahrgeschwindigkeit an den Trockensubstanz-Gehalt (TS-Gehalt). Während bei hohen TS-Gehalten um 40 Prozent die übliche Geschwindigkeit gefahren werden kann, muss der Häcksler bei TS-Gehalten von unter 28 Prozent langsamer fahren. Denn bei feuchterem Material liegen die Schwade kompakter, was mehr Häckslerleistung erfordert. Saß-Hauschildt schätzt den dadurch bedingten Rückgang der Flächenleistung auf etwa fünf bis zehn Prozent. 

 

Mit den Qualitäten, die sein Lohnunternehmer Uwe Wulf (siehe Extrakasten) erzeugt, ist der Betriebsleiter sehr zufrieden. Dafür nimmt er auch höhere Kosten durch die geringere Flächenleistung in Kauf. „Mir ist bewusst, dass es teurer wird, wenn ich kurze Häcksellängen von meinem Lohnunternehmer verlange. Das ist absolut okay“, sagt Saß-Hauschildt.

 

Intensive Erntekontrolle

Ein intensives Silo-Controlling gehört für ihn trotzdem immer dazu. Mit regelmäßigen Handproben prüft er beim Einsilieren laufend, ob die gewünschte Häcksellänge umgesetzt wird. „Wenn etwas nicht stimmt, kontaktiere ich sofort den Fahrer, um die Schnittlänge anzupassen“, meint Saß-Hauschildt. 

 

Das ist allein schon wegen der großen TS-Schwankungen innerhalb eines Schlages nötig, die zum Teil bei 15 Prozent und mehr liegen. „Das sehen wir am NIR-Sensor auf dem JAGUAR. Ideal wäre natürlich der Sensor mit einer automatischen Schnittlängenanpassung“, meint der Betriebsleiter. Das wäre auch ganz im Sinne von Fütterungsberater Christian Deux: „Gras immer so kurz wie möglich häckseln, das sollte das Ziel sein.“