Zur modernen Familie gehört der Online-Auftritt
Denn die Mama, die kümmert sich nicht nur um die Kinder, sie ist verantwortlich für den Social-Media-Auftritt des Biohofs. „Dort zeige ich mehr als nur Landwirtschaft, ich will das Leben auf dem Hof dokumentieren“, sagt Kate, mit allem, was dazugehört. Den Kindern zum Beispiel. „Wir standen vor den gleichen Fragen wie alle Eltern heutzutage: Zeigen wir die Kinder im Internet? Wie zeigen wir sie? Wie nah zeigen wir sie?“
Joost und Jesse kommen auf dem Insta-Feed vor, stehen aber nie im Mittelpunkt. Denn im Zentrum des Social-Media-Auftritts steht das echte, ehrliche Leben auf dem Biohof, mit allen Aufs und Abs. „Dazu gehören auch unsere 50 Kühe“, erklärt Kate. Auf dem Hof wachsen 40 Sorten Getreide und Leguminosen, die Saatgutvermehrung ist eine wichtige Einnahmequelle. „Dafür sind wir auf Mist, Gülle und Jauche angewiesen“, sagt Julius. „Die Tiere sind unersetzlich für den ökologischen Kreislauf“, erklärt er. Nur dann ist Bio auch Bio. In der vielgliedrigen Fruchtfolge des Hofs wächst Kleegras als Futter, aus der Milch wird Käse für die Hofeigene Käserei – und am Ende erzeugt der Hof eben Fleisch.
Egal wie nachhaltig und öko die Landwirtschaft auch ist, Kritiker finden sich immer. Vor allem auf Social Media. Das haben die Jacobis schnell gemerkt: „Vor einiger Zeit sind unsere Beiträge in Veganer-Foren gelandet“, erinnert sich die Bio-Bäuerin. Die Folge: Kommentare, Nachrichten, Ein-Sterne-Bewertungen auf Google. Hass, Angriffe, Wut. Die Wucht der Angriffe ist Kate unverständlich, der Hintergedanke ist der engagierten Bio-Bäuerin aber bekannt. „Ich habe viel Verständnis für Tierliebe. Aber viel besser als wir kann man Nutztiere nicht halten“, sagt Kate. Der letzte Weg zum Schlachter falle ihr jedes Mal sehr schwer. „Wir bringen jede Kuh, die wir selbst über unseren Hofladen vermarkten, persönlich zum Schlachter, das ist uns wichtig, auch wenn das jedes einzelne Mal wieder richtig schwerfällt“, sagt Kate leise.