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#AgriChallenges

 

Autonome Landmaschinen bei CLAAS: Wenn der Traktor schon mal vorfährt.

Wenn Fachkräftemangel auf Klimakrise trifft, können hochautomatisierte und autonome Landmaschinen die Lösung sein. Ein Gespräch mit Julian Siggemann von der Vorentwicklung bei CLAAS, dem Advanced Development, über Chancen für die gesamte Landwirtschaft, aktuelle Probleme und die Zukunft der fahrerlosen Zugmaschine. 

Viele fragen sich: Werden selbstfahrende Traktoren bald Landwirte ersetzen? 

Nein! Das Ziel ist sicher nicht, Arbeitskräfte zu ersetzen, sondern vielmehr, sie gerade in Hochphasen für qualifiziertere Tätigkeiten einzusetzen. Ein anschauliches Beispiel hierfür liefert die Getreideernte 2023 in Mittel- und Nordeuropa: Es gab wetterbedingten Verzögerungen bei der Ernte. Deshalb mussten Tätigkeiten wie das Dreschen, die Stoppelbearbeitung, die Grundbodenbearbeitung sowie die Aussaat von Zwischen- und Nachfrucht simultan durchgeführt werden. Oftmals mangelt es jedoch an genügend Fachpersonal für diese gleichzeitig anfallenden Aufgaben – das wird in Zukunft nicht besser. Innovative Technologien haben das Potenzial, diese Arbeitsspitzen zu bewältigen.

Wann sehen wir diese autonom fahrenden Traktoren auf dem Feld? 

Jetzt (lacht): Schon heute können Landwirte sich einen AgBot von AgXeed bestellen. Das ist ein fahrerloser Raupentraktor, der alles kann, was ein kleiner 150-PS-Traktor sonst auch leistet: ziehen, heben, Zapfwellen- und Hydraulikleistung zur Verfügung stellen. Nur eben ohne Fahrer. CLAAS hat zusammen mit AgXeed und Amazone übrigens einen Autonomie-Verbund gegründet: „3A – ADVANCED AUTOMATION & AUTONOMY“ soll Entwicklung, Normung und Markteinführung teil- und vollautonomer Zugmaschinen-Geräte-Kombinationen durch gebündelte Kompetenzen beschleunigen. 

Und da öffnet sich CLAAS seinen Marktbegleitern? 

Landwirtschaftliche Roboter agieren heute zumeist in geschlossenen Systemen mit beschränkten Einsatzmöglichkeiten und ohne die Möglichkeit, sie parallel oder in Kombination mit anderen Fahrzeugen und Anbaugeräten einzusetzen. Hier liegt der innovative Ansatz von 3A: Im Verbund wurde mit der AgXeed Box eine Technologie entwickelt, die mit Hilfe der standardisierten ISOBUS-Schnittstelle erstmalig Traktoren und Anbaugeräte in den Planungs- und autonomen Ausführungsprozess einbindet. Anbaugeräte können über diese Schnittstelle mit Feldrobotern, AgBots und Traktoren interagieren.

Hat der Verbund schon Ergebnisse geliefert? 

Die ersten Produkte sind die im 3A Verbund entwickelten Amazone AutoTill für Mulchgrubber und CLAAS connect, die den gesamten Planungs- und Ausführungsprozess in der Bodenbearbeitung umfassen. Die Ergebnisse des 3A Verbunds fließen nun in die AEF (Agricultural Industry Electronics Foundation) mit ein, das Ziel ist es, die Standardisierung der Schnittstellen im Hinblick auf autonome Anwendung weiter voranzutreiben.

Nehmen Sie uns mal mit hinter die Kulissen der Automatisierung bei CLAAS: Was sind aktuell Ihre größten Herausforderungen? 

Wir arbeiten gerade mit Hochdruck an der Weiterentwicklung des Systems. Die ersten CLAAS Autonomy connect Erprobungsmaschinen sind bei ausgewählten Landwirten und Lohnunternehmen im Einsatz und mit den Erfahrungen aus diesen Einsätzen und dem Feedback der Kunden arbeiten wir weiter an der Verbesserung des Systems.

Wagen wir den Blick zehn Jahre in die Zukunft: Wie sieht Landwirtschaft im Jahr 2035 aus? 

Ich glaube, in zehn Jahren werden wir ganze Flotten von autonomen Fahrzeugen sehen, die in der Lage sind, selbstständig und scheinbar mühelos zusammenarbeiten. Einen einzelnen Traktor alleine übers Feld zu schicken, das ist recht einfach zu programmieren. Eine ganze Flotte von bunten Maschinen, die selbstständig agieren und reagieren, das ist schwer. In Zukunft werden wir über autonome Ernten nachdenken: Dann kann der autonome LEXION dreschen, der autonome AXION fährt vor dem Überladewagen und der autonome XERION beginnt zugleich die Bodenbearbeitung. Alle Daten des jeweiligen Betriebs sind in der CLAAS Autonomy connect vorhanden – und Jahr für Jahr geht es nur noch um Feinabstimmungen.