Von der Idee zum Weltrekord
Für die Umsetzung der Idee blieb nicht viel Zeit. Bereits am 2. Juni 2025 – mitten in der Tornadosaison und noch vor der offiziellen Vorstellung der neuen JAGUAR 1000 Baureihe - fiel der Startschuss auf einer beregneten Weizenfläche nahe der texanischen Kleinstadt Dalhart. Satte Erträge für dicke Schwaden, zähe Weizenhalme als anspruchsvolles Futter für PICK UP und Gutfluss, und endlose Kreisbahnen – und eine logistische Herausforderung. Denn um ausreichend Abfuhrkapazität vor Ort zu haben, standen nicht weniger als 30 LKW-Sattelzüge und ein Team von insgesamt 39 Personen zur Verfügung.
Klar war auch: Damit dem JAGUAR 1200 nicht das Futter ausgeht, muss das leistungsstärkste Biomassemähwerk am Markt in den Einsatz. Das DISCO 9700 RC AUTO SWATHER mit Walzenaufbereiter und doppeltem Walzenantrieb mit Stahlwalzen ging mit einem AXION 960 in den Einsatz, der mit 450 PS Maximalleistung optimal motorisiert war. Auf dem Silo stand ein XERION 12.590 TRAC mit 18 Fuß / 5,5 m breitem Grouser Siloschild bereit, um die ankommenden Erntemengen optimal zu verteilen und zu verdichten.
8 Uhr morgens wurden die ersten Bahnen in Angriff genommen. Am Steuer des JAGUAR 1200: Produktmanager Matt Jaynes höchstpersönlich - schließlich kannte er die neue Raubkatze bereits in- und auswendig und es gibt kaum jemanden bei CLAAS of America, der mehr JAGUAR DNA im Blut hat als er. Die Häcksellänge wurde auf 17 mm eingestellt, die CEMOS AUTO PERFORMANCE und AUTO FILL Assistenzsysteme aktiviert und das GPS PILOT CEMIS 1200 Lenksystem auf den „Center Pivot Mode“ eingestellt. Dann konnte es losgehen.
12 Stunden lang Höchstleistung
Die ersten Hektar fielen in beeindruckendem Tempo, und mit einer durchschnittlichen Befüllzeit von 2:42 Minuten pro Gespann hielten Matt Jaynes und sein JAGUAR 1200 die abfahrenden Trucks ordentlich in Atem. Am Ende sollten es 266 LKW-Ladungen sein, die das Feld verließen und vom XERION 12.590 TRAC am Silo in Empfang genommen, verteilt und verdichtet wurden.
Zwischenzeitlich wurden die Nerven aller Beteiligten auf die Probe gestellt, als am Horizont dunkle Wolken aufzogen und Sturm und Regen ankündigten. Doch das Glück war auf der Seite des Weltrekordteams: Es wurde zwar windig bis stürmisch, blieb aber trocken. Und so konnte nach 12 Stunden – lediglich unterbrochen durch einige Messerschleifzyklen und einen kurzen Tankstopp - um exakt 20 Uhr Ortszeit abgewunken werden.
Bei der Verkündung des Ergebnisses wurde es emotional: Mit 4.096 Tonnen wurde der Weltrekord des JAGUAR 900 von 2001 tatsächlich mehr als verdoppelt. Dabei war auch der geringe Kraftstoffverbrauch von nur 0,49 l/t rekordverdächtig. Einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde erhält aber „nur“ die Ernteleistung. “ „Der Weltrekord veranschaulicht, dass nicht nur Pferdestärken beim Feldhäcksler zählen, sondern ein optimal abgestimmtes Gesamtkonzept vom Vorsatzgerät über die Vorpressung und Messertrommel bis zum Antriebsmanagement und Fahrerassistenzsystemen,“ so Dominik Grothe, CLAAS Senior Vice President Self Propelled Forage Harvesters.
Permanentes Monitoring über CLAAS connect; exakte Messung mit dem NUTRIMETER
Die Performance – und Prozessdaten wurden während des 12-Stunden-Einsatzes kontinuierlich in CLAAS connect überwacht und dokumentiert. Eine wertvolle Unterstützung dabei war das neue NUTRIMETER, das mit seiner hohen Messgenauigkeit überzeugen konnte: Mit 59,4 Prozent gemessener Feuchte lag der ISOBUS-fähige NIR-Sensor fast exakt auf dem Niveau der auf der Waage durch P.M.S. Harvesting vorgenommenen Feuchtemessungen mit 60,006 Prozent. Neben dem Feuchte- bzw. Trockenmassegehalt sowie dem Rohfaseranteil ist das NUTRIMETER in der Lage, auch den Rohaschegehalt und Inhaltsstoffe wie Rohprotein, Stärke (Maisernte) und Zucker zu ermitteln.