Duale Ausbildung als Erfolgsrezept.
Ein weiteres Stück deutscher Unternehmenskultur ist die duale Technikerausbildung in Gaomi. Das System ist in China kaum bekannt, erläutert Qian Liu, der „Dual Education Training Manager“ des Werks. Der 38-jährige Ingenieur, seit September 2021 bei CLAAS, arbeitete zuvor unter anderem für BMW in China und ist ein Freund der deutschen Ausbildungskultur.
Normalerweise rekrutieren chinesische Firmen College-Absolventen nach ihrem Abschluss und bilden diese anschließend aus. Bei CLAAS hingegen arbeiten die Auszubildenden neben dem College einen großen Teil ihrer Zeit im Werk. „Beim Abschluss kennen die jungen Techniker den Betrieb schon und sie haben ein klares Karriereziel vor Augen“, sagt Liu. „Das schätzen sie sehr.“ Zwölf Absolventinnen und Absolventen haben das Programm bisher abgeschlossen – und wenn es nach der Firma geht, sollen es noch weit mehr werden.
Ein wichtiger Markt der Zukunft.
Das passt zu den China-Plänen von CLAAS: Der Konzern entwickelt den Exportanteil des Werks in Gaomi – mit Mähdreschern für Europa, Afrika und Zentralasien. Auch das Geschäft mit Komponenten für andere Werke gewinnt an Bedeutung, da es CLAAS hilft, Vorteile bei der Beschaffung und der Eigenfertigung auszuspielen.
„China bleibt für uns ein wichtiger Markt der Zukunft, dessen Besonderheiten und Rahmenbedingungen wir allerdings immer kritisch verfolgen müssen“, sagt Bernd Kleffmann, Senior Vice President Product Unit Combines Range C-F bei CLAAS. „Die Selbstversorgung mit Nahrung hat für China einen hohen Stellenwert. Deshalb finden Produkte aus verschiedenen CLAAS Standorten ihre Kunden in China. Nicht zuletzt auch Mähdrescher in Grün und Rot aus Gaomi.“
Das Werk in Gaomi wächst – und mit ihm die Ambitionen der Belegschaft. Die flachen Hierarchien und der offene Austausch zahlen sich aus: Wer sich einbringen will, findet Gehör, und wer Verantwortung übernimmt, kann die Zukunft des Standorts aktiv mitgestalten.
Während es am Wochenende in der Kantine ruhiger zugeht, füllt sich der Raum am Montagmorgen wieder mit Stimmen. Ab sieben Uhr beginnt für die Mitarbeitenden der neue Arbeitstag – und mit ihm ein weiterer Schritt in Richtung einer immer moderneren, zukunftsorientierten Produktion.