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Effizienzsteigerung beim SchleppereinsatzPraxisversuche der Landmaschinenschule TriesdorfIm Rahmen ihrer Ausbildung zur Fachkraft Agrarservice führten die Schüler der Landwirtschaftsschule und der Berufsschule in Triesdorf zusammen mit ihren Lehrern einen einwöchigen Praxistest mit dem Thema „Effizienzsteigerung beim Schleppereinsatz“ durch. CLAAS hatte dafür einen AXION 840 C-Matic und einen XERION 3800 zur Verfügung gestellt und unterstützte Schüler und Lehrer mit Rat und Tat. Die gewonnenen Ergebnisse bestätigen, dass sich mit drehzahloptimierter Fahrweise, angepasstem Reifendruck und variabler Ballastierung bei der Bodenbearbeitung durchaus bis zu 30 Prozent Kraftstoff einsparen lassen. ![]() RahmenbedingungenNachdem den Schülern in vorangegangenen Lehreinheiten die notwendigen Grundkenntnisse im Bereich Schleppertechnik und Bodenbearbeitungstechnik vermittelt wurden, war es Ziel der überbetrieblichen Maßnahme, diese Kenntnisse nicht nur theoretisch, sondern auch im Praxiseinsatz anzuwenden. Die für den Bodenbearbeitungseinsatz notwendigen Anbaugeräte, vierbalkige Schwergrubber mit Arbeitsbreiten von drei bis fünf Metern, stellten die Firmen Horsch, Lemken, Väderstad und Bauwesta. Von PTG kam zusätzlich ein Reifendruckset „Airbooster“. Ein ausreichend großes Versuchsfeld stand zur Verfügung. Nachdem die Schüler Technik und Bedienung der Traktoren im Griff hatten, wurden die Väderstad TopDown 400 und der Bauwesta Bodenprofi an die Schlepper angebaut und eingestellt; der TopDown auf 30 cm Arbeitstiefe und der Bauwesta Bodenprofi auf 25 cm. Sobald das Gerät beim Einsatz Arbeitstiefe und -geschwindigkeit erreichte, wurden 10 Radumdrehungen (bei beiden Bereifungen je 6,30 m) gefahren und die Strecke mit Peilstäben markiert. Während der Fahrt dokumentierte ein Beifahrer auf dem Display den Kraftstoffverbrauch in Liter je Stunde.
Fachkraft Agrarservice TriesdorfAls einziger Standort in Süddeutschland bietet die Landmaschinenschule Triesdorf im bayerischen Mittelfranken, zusammen mit der Berufsschule, seit dem Schuljahr 2009/2010 den Ausbildungsgang „Fachkraft Agrarservice“ an. Die Landmaschinenschule verfügt mit 15 beheizbaren Hallen und 10 Lehrkräften über ideale Bedingungen, um praxisnah Landwirte und Landmaschinenmechaniker auszubilden. Ergänzend werden umfangreiche Praxisversuche und Demonstrationstage für Praktiker angeboten. Der dreijährige Ausbildungsgang Fachkraft Agrarservice wurde vom Bundesverband der Lohnunternehmer initiiert und konzipiert. Die Schüler der 11 Klasse des Ausbildungsgangs (Bild 1) bekommen an der Landmaschinenschule eine praxisnahe landtechnische Ausbildung mit einer starken Vernetzung zu produktionstechnischen Grundlagen der Landwirtschaft. Anschließend fuhr der AXION mit dem Lemken Kristall 400, der XERION mit dem Horsch Tiger 5 LT. Beide wiederholten die Versuchseinstellungen vom Vortag. Zusätzlich wurde der TopDown auch mit dem AXION gefahren, um direkt die Auswirkungen der Anhängung eines Gerätes zu zeigen.
Optimierung lohnt!Die Schüler haben sich bei der Zusammenstellung der Ergebnisse auf die Kraftstoffeinsparung beschränkt. Anhand der Versuchsbeschreibung (siehe Kasten) lassen sich die Einstellungs- bzw. Ballastierungsvarianten den Versuchsergebnissen zuordnen. Im Vergleich zur „Grundeinstellung“ des CLAAS AXION 840 C-Matic (ohne Ballastierung, mit Straßenluftdruck, ohne Motordrückung) verbrauchte er bei entsprechender Motordrückung, einem angepassten Reifendruck und angepasster Frontballastierung bis zu 30 Prozent weniger Kraftstoff. Gleichzeitig konnte der Schlupf auf die Hälfte reduziert und somit die Flächenleistung um 6,5 Prozent gesteigert werden. Umgerechnet auf einen Arbeitstag mit 10 Stunden Arbeitszeit lassen sich so über 100 l Diesel je Tag einsparen. Bei einem aktuellen Dieselpreis von ca. 1,20 €/l errechnet sich ein Kostenvorteil von 120 €/Tag. Ein ähnliches Ergebnis ermittelten Schüler, Lehrer und Fachleute der Hersteller auch beim CLAAS XERION. Auch hier waren z.T. ohne viel Mehraufwand im Vergleich zur Grundeinstellung, Einsparungen bis zu 30 Prozent möglich. Das größte Einsparpotenzial ergab sich beim Einsatz des XERION vor dem Horsch Tiger 5 LT durch eine angepasste Motordrückung, den Verzicht auf Frontballastierung sowie einen reduzierten Luftdruck. Beim Anbau von Frontgewichten verschlechterte sich das Ergebnis, da unnötiges Mehrgewicht bewegt werden muss, was Kraftstoff benötigt. Bei extrem schweren Böden bzw. schwierigeren Bedingungen kann sich das Ergebnis verändern – die grundlegende Aussage bleibt bestehen, da der Trac-Schlepper vorne schwerer ist. Eine optimale Zug-Kraft-Verteilung von 50 Prozent vorn und 50 Prozent hinten wird dann auch ohne Ballastierung erreicht.
BallastierungskonzepteDie Schüler stellten jedoch auch fest, dass auf den Betrieben für ein angepasstes Ballastierungskonzept verschiedene Gewichte vorhanden sein müssen. Sie bestätigten allerdings, dass auf ihren Betrieben überwiegend nur ein Gewicht vorhanden ist. An diesem Tag wurden auch Reifenabdrücke angefertigt. Damit man die Veränderung der Aufstandfläche eines Reifens deutlich machen konnte, wurden mit Kalk die Außenumrisse eines Reifens mit 1,6 bar Luftdruck und die Umrisse eines Reifens mit 0,7 bar Luftdruck markiert. Allein durch diese Maßnahme wurde sehr deutlich, dass sich ein moderner Radialreifen so lang und breit machen kann, dass er seine Aufstandsfläche um mehr als 30 Prozent vergrößern kann. Er hat also mehr Verzahnungsfläche mit dem Boden für bessere Zugkraftübertragung und natürlich mehr Aufstandsfläche für weniger Bodendruck. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Effekt ist die Reduzierung des „Bulldozing-Effekts“. Das heißt, bei abgesenktem Luftdruck sinkt der Reifen weniger tief in die weiche Erde ein und schiebt so keinen Erdkeil vor dem Reifen her, der ständig überwunden werden muss. KleinviehDass eine Reihe weiterer Aspekte den Kraftstoffverbrauch erheblich beeinflussen, zeigte sich so ganz nebenbei. Eine Motorbremse machte die Einflüsse eines verstopften Kühlers, eines verstopften Luftfilters oder einer eingeschalteten Klimaanlage deutlich. Und Messungen ergaben, dass der Einsatz eines Top-Zylinders durch die Verlagerung des Gewichtes auf die Vorderachse die Zugkraft des Schleppers um bis zu 25 Prozent steigern kann. Auch ein Vorgewende-Management und ein Parallelfahrsystem, fanden die Schüler heraus, verbessert die Leistungsfähigkeit von Fahrer und Gespann und wirkt sich auf den Verbrauch aus. Für Fragen zur Versuchsanordnung und deren Ergebnisse steht Ihnen Franz Helmle von der Landmaschinenschule Triesdorf zur Verfügung. Franz Helmle | franz.helmle@triesdorf.de Den kompletten Artikel finden Sie auch ab Seite 10 in der TRENDS 01.11 |
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