Wofür sind Sie bei CLAAS verantwortlich?
Gerd Hartwig: In unserer Unternehmensgruppe bin ich für das Ressort Personal verantwortlich. Für diesen Bereich bin ich weltweit zuständig und als Generalbevollmächtigter trage ich gesamtunternehmerische Verantwortung. Etwa die Hälfte unserer 10 000 Mitarbeiter arbeitet in Deutschland, die andere Hälfte im Ausland. Wir sind als traditionelles Familienunternehmen daher gefordert, Personalpolitik langfristig sowohl in Deutschland zu betreiben, als auch auf der anderen Seite – bedingt durch stetiges Wachstum und durch neue Werke im Ausland – die Mitarbeiter sehr international zu sehen. Das gilt nicht nur für personalpolitische und Personalentwicklungsthemen, sondern auch für Personalrechtsfragen und soziale Themen.
Was bedeutet das konkret für Ihre Arbeit?
Hartwig: Wir führen von unserem Harsewinkeler Stammsitz aus die Betreuung und Auswahl von speziellen Fach- und Führungskräften insbesondere im Topmanagement durch. Wir arbeiten international. Zudem bieten wir eine systematische Förderung von jungen Nachwuchsführungskräften. Wir versuchen, sie in die Gruppenunternehmen zu integrieren, um sie systematisch unterstützt und über Ländergrenzen hinweg gesteuert zu fördern. Wichtig ist ein gruppeneinheitlicher Auftritt: Egal, wo Sie auf der Welt sind, Sie müssen CLAAS wiedererkennen, nicht nur die Produkte, sondern auch das Unternehmen, die Marke.
Wie wirkt sich das auf die Mitarbeiter aus?
Hartwig: Wer bei uns arbeitet, hat Chancen, die sehr vielfältig sind. Auf der einen Seite können die Mitarbeiter ihre Laufbahn funktions- und standortbezogen gestalten, auf der anderen Seite gibt es aber auch eine ganze Reihe junger Leute, die sagen: ‚Ich möchte vielfältig sein, ich möchte flexibel sein, ich möchte die Welt kennenlernen.’ Dies geschieht dann nicht nur in der ursprünglichen Funktion, sondern in mit der Funktion nahestehenden Aufgaben. Das ist ein Typus, den wir fördern, weil diese Menschen sich dann weiter entwickeln und später an vielen Standorten in der Welt Leitungsaufgaben und Geschäftsführerfunktionen wahrnehmen können.
Welchen Eindruck haben Sie von der jungen Generation?
Hartwig: Wenn wir Trainees einstellen, ist es sehr wichtig, dass dieser nicht nur sagt, er will in eine bestimmte Funktion, sondern neben dieser Funktion würde er auch gerne dieses oder jenes kennenlernen oder er hat auch schon einmal etwas in dieser Richtung gemacht. Dieses Prinzip fängt bei jungen Menschen bereits in den ersten Berufsjahren an: nicht immer nur auf eines fokussieren, sondern versuchen, auch mehr etwas über den Tellerrand hinaus zu machen. Junge Leute – das finde ich ganz prima – fordern uns. Sie fragen nicht nur: ‚Was bietet Ihr mir?’, sondern sie kommen zu uns und sagen: ‚Kann ich denn…’ und ‚Ich würde gerne…’. Das ist klasse, das ist das, was uns Spaß macht. Wir sagen dann zu diesen Nachwuchskräften: ‚Du bekommst bei uns eine Chance’. Wenn jemand von sich aus Initiative und Selbstbewusstsein zeigt, wenn er für sich auch neue Horizonte erkennt, wo er gerne hin will, dann sind das unsere Zielgruppen, die wir gerne beschäftigen. Das gilt gleichermaßen für Auszubildende oder Hochschulabsolventen.
Kommen denn viele Interessenten auch wegen der internationalen Ausrichtung Ihres Unternehmens zu Ihnen?
Hartwig: Ja auch. Bewerber kommen zu uns, weil sie wissen, dass CLAAS eine Marke ist, dass CLAAS der Marktführer ist. Sie sind technikbegeistert. Oder die Bewerber sehen die Landwirtschaft, den Bereich Ernährung. Wir tun etwas für die Ernährung der Bevölkerung. Die Bewerber sind also von Marke, Branche, Technik und dem Ergebnis begeistert. Andere Bewerber haben schon andere Funktionen besetzt. Es sind Menschen, die z.B. als Ingenieure oder Controller arbeiten. Diese sagen: CLAAS ist ein attraktives Familienunternehmen, gehört zu einer interessanten Branche und besitzt eine große Internationalität. Diese Gruppen kommen zu uns, weil sie in internationalen Projekten, an übergreifenden Aufgaben z.B. auch im Ausland arbeiten können.
Interview: MICHAEL BRAUN & DANIEL POERSCHKE